ANTWORTEN AUF EINWÄNDE BEZÜGLICH DER WIRKLICHKEIT DER MATERIE

Einwand: "Wie kann jemand etwas lieben, wenn er weiß, dass es eine Illusion ist? Wie können wir unsere Mütter, Väter, Freunde und die Propheten lieben, wenn wir annehmen, dass alles eine Illusion ist, die in unserem Gehirn gebildet wird?"

Antwort: Ein Mensch, der diese Frage stellt, weiß nicht oder hat nicht verstanden, dass er auch eine Illusion ist. Während er seine Freunde, Verwandten und Familie als Illusionen annimmt, sieht er sich selbst als ein absolutes Wesen an. Doch wie die anderen, die ihm nahe sind, ist auch er eine Illusion. Der Körper, den er sieht und berührt, ist wie die Körper seiner werten Verwandten eine Illusion, die in seinem Gehirn gebildet wird.

Außerdem verhindert die Tatsache, dass die Menschen, die diese Frage stellen, in den Gehirnen ihrer Freunde und Verwandten eine Wahrnehmung sind, nicht dass sie von ihnen geliebt werden. Wenn jemand seine Familie und Freunde wegen ihres körperlichen oder materiellen Bestehens liebt, dann ist das jedenfalls eine falsche Liebe. Wahre Liebe besteht, wenn man jemanden wegen der Merkmale liebt, die Allah in ihm manifestiert. Obwohl wir den Prophet Muhammad (s.a.w.s) nie gesehen haben, fühlen wir große Liebe und Zuneigung zu ihm, weil wir wissen, dass viele der Attribute Allahs wie der Schutzherr (al-Wali), der Herrscher (al-Malik), der Ehrenvolle - Großzügige (al-Karim), der Vertrauenswürdige (al-Wakiel), der Führer (al-Hadi) in ihm in Erscheinung treten. Dennoch ist die einzige Quelle dieser Liebe, die wir zum Propheten Muhammad fühlen, unsere Liebe und Zuneigung zu seinem tatsächlichen Herrn, Allah.

Wegen ihrer Liebe zu Allah lieben die Muslime die Menschen und auch alle anderen Geschöpfe, weil alle diese Geschöpfe eine Manifestation von Ihm sind. Ein Muslim, der eine junge Gazelle liebt, zeigt ihr Liebe, weil Allahs Barmherzigkeit und Liebe in ihr in Erscheinung tritt, weil ihre liebenswerten Eigenschaften, die Allah erschaffen hat, ihm gefallen und ihr Aussehen in ihm das Gefühl des Mitleids erweckt. Er liebt das Tier selbst oder ein anderes Geschöpf nicht als ein unabhängiges Wesen.

Ein Muslim fühlt zu keinem Menschen oder Wesen eine unabhängige Liebe oder Anhänglichkeit. Der Ursprung aller Liebe ist die Liebe zu Allah. In einem Vers des Qurans teilt Allah mit, dass "… wir außer Allah weder Beschützer noch Helfer haben" und weist darauf hin, dass der Mensch außer Allah keinen Freund hat. (Sure 2:107 - al-Baqara) In anderem Vers fragt Allah die Menschen, ob "Allah Seinem Diener nicht genügt?" (Sure 39:36 - az-Zumar) In diesem Fall können die, die wir lieben, für uns nicht Beschützer und Helfer unabhängig von Allah sein. Aus diesem Grund verstärkt die Tatsache, dass unsere Familie und Freunde nur Wahrnehmungen in unserem Gehirn sind, diese Wirklichkeit. Während wir unsere Mütter lieben, lieben wir eigentlich Allahs Attribute wie der Gnädige (Ar-Ra'uf), Barmherzigkeit Erweisende (ar-Rahiem), der Beschützer (al-Adsiem), die Allah im Bild der Mutter in Erscheinung treten lässt. Andererseits, wenn wir einen Gläubigen lieben, lieben wir tatsächlich die guten moralischen Eigenschaften, die Allah sich in ihm manifestieren lässt. Da wir hoffen, dass seine Gottesfurcht und Moral Allah gefallen, gefallen sie auch uns. Da wir sehen, dass er Allah liebt und fürchtet, haben auch wir Vergnügen an diesem treuen Bild, das Allah erschaffen hat. Aus diesem Grund lieben wir tatsächlich Allah, wenn wir jemanden lieben, ganz gleich ob er ein unabhängiges materielles Bestehen hat oder nicht. Die grundlegende Quelle unserer Liebe und Zuneigung zu diesem Bild ist tatsächlich unsere Liebe und Zuneigung zu Allah.

Jene Menschen, die andere Leute unabhängig von Allah lieben, die gegenüber den Menschen eine Anhänglichkeit haben, als ob diese von Allah unabhängige Wesen sind, und die andere Menschen lieben, wie man Allah nur lieben soll, befinden sich in einem großen Irrtum. Entsprechend dem Quran sollen Liebe und Zuneigung nur zu Allah gefühlt werden, und andere Geschöpfe werden geliebt, weil in ihnen Allahs Attribute in Erscheinung treten. Allah berichtet im Quran über die Menschen, die anderen Menschen eine unabhängige Existenz zuschreiben und diese wie mit der Liebe zu Allah lieben, wie folgt:

Und doch gibt es Leute, die neben Allah Ihm angeblich Gleiche setzen und sie lieben, wie man Allah (nur) lieben soll. Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Allah. Wenn die Frevler nur sehen würden, wenn sie die Strafe sehen, dass alle Kraft Allah gehört und dass Allah streng im Strafen ist. (Sure 2:165 - al-Baqara)



Ein Muslim, der Liebe, Zuneigung und Interesse an den Geschöpfen fühlt, die Allah erschaffen hat, fühlt seine Liebe und Zuneigung tatsächlich zu Allahs Schöpfung, zu der ausgezeichneten Kunst und Macht in seiner Schöpfung. Er weiß, dass die Schönheit, die im Gesicht eines Lebewesens in Erscheinung tritt, in der Tat Allah gehört.

Menschen oder anderen Gegenständen eine Kraft außer Allahs Bestehen zuzuschreiben, bedeutet, neben Allah Ihm angeblich Gleiche zu setzen. Jedoch hat kein Wesen außer Allah die Kraft, etwas zu tun und irgendeine Tat durchzuführen. In vielen Versen des Quran wird den Menschen, die anderen Gegenständen neben Allah eine Kraft zuschreiben, diese Tatsache mitgeteilt:

Siehe, jene, denen sie neben Allah dienen, sind Diener wie sie selbst. Ruft sie doch an und lasst sie euch antworten, wenn ihr wahrhaft seid! Haben sie etwa Füße zum Gehen? Oder haben sie Hände zum Greifen? Oder haben sie Augen zum Sehen? Oder haben sie Ohren zum Hören? Sprich: "Ruft euere Partner. Dann schmiedet listenreiche Pläne gegen mich und haltet mich nicht lange hin. Seht, mein Beschützer ist Allah, Der das Buch hinabgesandt hat; und Er beschützt die Rechtschaffenen. Die aber, die ihr neben Ihm anruft, vermögen weder euch zu helfen, noch sich selber." Und wenn ihr sie zur Rechtleitung auffordert, hören sie nicht. Du siehst sie nach dir schauen doch sie sehen nicht. (Sure 7:194-198 - al-A'raf)


Wenn ein Muslim jemanden liebt, zeigt er in Wirklichkeit seine Liebe zu Allah. Die wirkliche Quelle der Liebe zu einem Bild, das Allah erschaffen hat, ist unsere Liebe zu Allah, Der dieses Bild in einer Form erschaffen hat, die wir lieben werden.

Wie aus den obenerwähnten Versen ersichtlich wird, ist es nicht möglich, dass jemand außer Allah einem Menschen helfen kann. Sogar die Eltern, Kinder, oder Freunde eines Menschen, die er am meisten liebt und sein ganzes Leben lang als absolute Wesen ansieht, können ihm nicht helfen, wenn er sich in einer schwierigen Situation befindet. Die Verwandten und Freunde können einem Menschen nur mit Allahs Willen und Erlaubnis helfen. Es ist für niemanden möglich, dass er ohne Allahs Erlaubnis spazieren geht, sieht, hört, oder einfach nur am Leben bleibt.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass die Menschen und Gegenstände, über deren materielle Existenz wir keinerlei Aussage machen können, im Jenseits diejenigen verlassen werden, welche die Behauptung vorbringen, dass diese in der Außenwelt originale Gegenstücke haben. Wie Allah im Quran berichtet, wird jeder allein zur Rechenschaft gezogen werden. Das heißt, wie jeder in der Welt wirklich nur mit Allah ist, wird er auch im Jenseits gleicherweise zur Rechenschaft gezogen werden. Allah gibt diese Tatsache in einem Vers wie folgt an:

"Und nun seid ihr zu Uns gekommen, allein, so wie Wir euch das erste Mal erschufen. Und ihr ließt hinter euch, was Wir euch bescherten. Und Wir sehen bei euch keinen euerer Fürsprecher, von denen ihr behauptet hattet, sie seien Gefährten (Allahs) in Bezug auf euch. Wahrlich, nun ist ein Schnitt zwischen euch gemacht, und euere Wahngebilde verließen euch." (Sure 6:94 - al-An'am)

Während ein Mensch seinen Freund betrachtet, sieht er tatsächlich das Bild seines Freundes, das Allah in seinem Gehirn erschaffen hat. Wenn die Nerven, die zu seinem Gehirn gehen, durchgeschnitten werden, verschwindet das Bild seines Freundes. Es ist nur Allah, Der immer der Lebende und Ewige ist. Also, warum hat der Mensch eine Anhänglichkeit an ein Wesen, mit dessen Original er niemals konfrontiert werden kann und das nur in seinem Gehirn existiert? Es sollte nicht vergessen werden, dass der einzige Freund, den ein Mensch lieben und dem er sich hingeben soll, Allah ist.

Einwand: "Man möchte, dass auch die, die man liebt, so real sind wie man selbst".

Antwort: Einige Menschen, die Einwände vorbringen, sagen folgendes: "Man möchte, dass auch seine Freunde so real sind, wie man selbst. Wie könnte es anders sein?"

Solche Einwände zeigen, dass diese Menschen nicht verstanden haben, was wir über die wahre Natur der Materie gesagt haben, oder dass sie nicht sorgfältig über dieses Thema nachgedacht haben. Menschen, die fragen, sind selbst auch nicht "real", so dass sie nicht erwarten können, dass ihre Verwandten real sind. Wer darüber gründlich nachdenkt, wird verstehen, dass sein eigener Körper nur ein Bild ist, das Allah seiner Seele zeigt.


Es ist möglich, mit künstlichen Impulsen von Außen den menschlichen Körper ein Gefühl der Sättigung spüren zu lassen. Diese Impulse können jemanden satt sein lassen, selbst wenn er nichts gegessen hat.

Wenn einige Menschen ihren Körper berühren, Schmerz empfinden, wenn sie sich in ihren Finger schneiden oder Bedürfnisse ihres Körper erfüllen, kann dies ihnen das Gefühl geben, dass ihre Körper eine materielle Wirklichkeit haben. Doch wie alle anderen Wesen ist auch der eigene Körper eine Wahrnehmung, und niemand kann wissen, ob sein Körper ein materielles Gegenstück außerhalb seines Gehirns hat oder nicht Das Gefühl der Sättigung, das jemand empfindet, wenn er etwas gegessen hat, ist nur eine Wahrnehmung seines Körpers. Künstliche Impulse, die dem menschlichen Gehirn von Außen gegeben werden, können das gleiche Gefühl der Sättigung produzieren, ohne etwas gegessen zu haben. Man kann überhaupt nicht sicher sein, ob der eigene Körper eine materielle Existenz hat oder nicht. Es ist die Seele, die Allah dem Menschen gegeben hat, die den Schmerz empfindet, oder dieses Buch berührt, liest und versteht. Folglich ist auch der Mensch selbst eine Manifestation von Allah. Er ist keine absolute und permanente Existenz.

Einwand: "Zu folgern, dass das Universum eine Ansammlung von Wahrnehmungen ist, bedeutet aufzugeben, zu erforschen wie das Universum funktioniert, das heißt die Wissenschaft aufgeben."

Antwort: Dies ist ein Einwand, den im Allgemeinen die Materialisten vorbringen, um diese wichtige Tatsache als ein Thema zu zeigen, das die Wissenschaft widerlegen wird. Jedoch ist die Ungültigkeit und Ungereimtheit dieses Einwands ganz offensichtlich.

Gott zeigt die Bilder so, die er erschaffen hat, als ob sie von einer Beziehung von Ursache und Wirkung abhängen. Wenn ein Apfel von einem Baum fällt, fällt er immer zu Boden, er geht nie aufwärts und er bleibt nie in der Luft stehen. Die Untersuchung dieser Effekte und Gesetze, die Allah erschaffen hat, bilden den Bereich der Wissenschaft. Infolgedessen erklärt die Tatsache, dass das vollständige Universum eine Gesamtheit der Wahrnehmungen ist, weder die Wissenschaft noch die wissenschaftliche Forschung für ungültig.


Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind Bilder, die sich in den Gehirnen der Menschen bilden. Ein Mensch betrachtet den Sonnenuntergang in seinem Gehirn, und es ist seine Seele, die an diesem Bild Vergnügen findet.

Allah zeigt uns die Bilder, innerhalb derer wir leben, nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung, so dass diese Bilder von einigen Gesetzen abhängig sind. Zum Beispiel sind Tag und Nacht Bilder, die in unserem Gehirn entstehen. Wir nehmen wahr, dass Tag und Nacht sich abhängig von den Bewegungen der Sonne und Erde abwechseln ändern. Beispielsweise, wenn das Bild der Sonne innerhalb unseres Gehirns im Zenit steht, wissen wir, dass Mittag ist, und wenn die Sonne untergeht, sehen wir, dass es dunkel wird. Während Allah die Wahrnehmungen erschuf, die zum Universum gehören, hat Er sie in einer Beziehung von Ursache und Wirkung erschaffen. Wir erleben nie die Tageshelligkeit, nachdem die Sonne untergegangen ist. Die Beobachtung und die Erforschung dieser Beziehung von Ursache und Wirkung, die Allah in unserem Gehirn erschaffen hat, ist die Wissenschaft.

Lassen Sie uns dies anhand eines anderen Beispiels betrachten: In der Illusion innerhalb unseres Gehirns fällt ein Gegenstand immer zu Boden, wenn wir ihn loslassen. Als Folge der Erforschung dieser Beziehung zwischen der Ursache und der Wirkung, die diesen Vorgang ausmachen, entdeckten wir das Gravitationsgesetz. Allah zeigt uns die Bilder, die Er unsere Seele sehen lässt, so, als ob sie von bestimmten Beziehungen, zum Beispiel von Ursache und Wirkung abhängig sind. Einer der Gründe dafür ist, dass das diesseitige Leben als eine Prüfung erschaffen worden ist. Die Erforschung, wie die Ansammlung der Wahrnehmungen, die wir als das Universum bezeichnen, funktionieren, ruft die Wissenschaft ins Dasein. Folglich ist die Wissenschaft wichtig, um die Gesetze zu verstehen, mit denen die Bilder verbunden zu sein scheinen, die Allah erschaffen hat.

Folglich bedeutet, die Tatsache anzuerkennen, dass die Materie eine Wahrnehmung ist nicht, wie die Materialisten behaupteten, die Wissenschaft zurückzuweisen. Im Gegenteil, diejenigen, die diese Tatsache vorbehaltlos akzeptieren, halten die Wissenschaft für einen wichtigen Weg, um die Geheimnisse der Ansammlung unserer Wahrnehmungen zu begreifen.


Allah besitzt die Kraft, Effekte ohne irgendwelche Ursachen zu erschaffen. Ein Beweis dafür ist, dass jemand in seinem Traum die Hitze der Sonne empfinden kann, obwohl die Sonne in Wirklichkeit nicht existiert.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen dieser Auffassung der Wissenschaft und der Auffassung der Materialisten. Die Naturgesetze, die wir entdeckt haben, indem wir die in Frage stehende Ansammlung der Wahrnehmungen beobachteten, sind Allahs Gesetze. Die Auffassung der Wissenschaft der Materialisten, die die Materie als absolute Existenz annehmen und die glauben, dass die Naturgesetze von der Materie selbst stammen, wird durch diese Tatsache widerlegt.

Wir sollten auch nicht vergessen, dass Allah die Kraft besitzt, all diese Wahrnehmungen zu erschaffen, ohne irgendein Gesetz oder irgendeine Ursache zu benötigen. Allah kann eine Rose erschaffen, ohne dass es Samen gibt, Er kann den Regen erschaffen, ohne dass es Wolken gibt oder den Schatten, die Nacht und den Tag erschaffen, ohne dass die Sonne existiert. Allah informiert darüber in einem Vers wie folgt:

Sahst du nicht, wie Dein Herr den Schatten verlängert? Und hätte Er es gewollt, hätte Er ihn stillstehen lassen. Doch Wir machten die Sonne zum Wegweiser. Dann ziehen Wir ihn allmählich (verschwindend) zu Uns. Und Er ist es, Der euch die Nacht zu einem Gewand und den Schlaf zum Ausruhen gemacht hat und jeden (neuen) Tag zu einer Auferstehung. (Sure 25:45-47 - al-Furqan)

Wie aus diesem Vers ersichtlich ist, teilt Allah uns mit, dass Er zuerst den Schatten erschaffen hat und dann die Sonne zu seinem Wegweiser gemacht hat. Unsere Träume sind ein Beispiel dafür, damit wir diese Erschaffung besser verstehen können. Obgleich die Sonne im Traum kein materielles Gegenstück hat, nehmen wir doch das Licht, die Wärme und die Helligkeit der Sonne genauso wahr, wie wir sie im wirklichen Leben wahrnehmen. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet sind die Träume einer der Hinweise darauf, dass Allah die Wahrnehmungen, die zur Sonne gehören, in unserem Gehirn erschaffen kann, ohne dass es eine Sonne gibt.

Allah hat den Menschen die Ursachen aller Dinge zu erkennen anheim gestellt. Der Tag wird durch die Sonne und der Regen wird durch Wolken verursacht. All dies sind Bilder, die Allah einzeln in unserem Gehirn erschaffen hat. Indem Er eine Ursache vor einer Wirkung erschafft, ermöglicht Allah uns zu denken, dass alles entsprechend bestimmter Gesetze funktioniert, und diese Tatsache befähigt uns folglich, wissenschaftliche Forschungen durchzuführen.

Einwand: "Liegt nicht ein Widerspruch darin, einerseits Allahs Wesen mit den Beweisen Seiner Existenz in der Natur zu beschreiben, und andererseits zu sagen, dass die physikalische Welt, die als Beweis seiner Existenz vorgebracht wurde, nicht existiert?"

Antwort: Einige Menschen, welche die wahre Natur der Materie nicht völlig verstanden haben, nehmen an, dass die Erklärung, dass "die materielle Welt aus einer Ansammlung von Wahrnehmungen besteht", bedeutet, dass "nichts existiert." Jedoch zu sagen, dass die Materie eine Gesamtheit von Wahrnehmungen oder ein Bild ist, die wir in unserem Gehirn wahrnehmen, ist nicht dasselbe, wie zu sagen, dass die Materie nicht existiert. Es gibt ein materielles Universum, aber es existiert nur als Gesamtheit von Wahrnehmungen. Gerade wie unsere Träume existiert es nur in der Sphäre der Sinneswahrnehmungen und Illusionen.


Jemand, der eine Robbe betrachtet, sieht sie in seinem Gehirn. Er forscht und untersucht die Merkmale dieses Geschöpfs auch in seinem Gehirn. Was er lernt, zeigt ihm die Vollkommenheit von Allahs Schöpfung und die Überlegenheit Seiner Weisheit.

Die Existenz der Materie in der Sphäre der Sinneswahrnehmungen und Illusionen ist ein definitiver Beweis für Allahs Existenz. Dass nichts, was in der Sphäre der Sinneswahrnehmungen und Illusionen existiert, sich selbst erschaffen kann, zeigt uns, dass es einen Schöpfer geben muss, der es ins Dasein bringt. Folglich ist die Tatsache, dass das materielle Universum nur ein Bild ist, ein Beweis für die Existenz und Einzigartigkeit Allahs. Aus diesem Grund liegt kein Widerspruch darin, dass die Materie ein Bild ist und dass die Geschöpfe Allahs Existenz manifestieren, sondern es gibt eine logische Beziehung zwischen diesen beiden Tatsachen.

Allah hat alles erschaffen, was existiert. Er hat alles als Bilder erschaffen. Die Untersuchung und Erforschung der Eigenschaften dieser Bilder gibt uns den Beweis der Überlegenheit der Schöpfung Allahs, Seiner Kunst und Seines endlosen Wissens. Infolgedessen liegt kein Widerspruch darin zu sagen, dass die Materie eine Ansammlung von Wahrnehmungen ist, und gleichwohl Allahs Größe und Macht zu sehen, indem man den Eigenschaften dieser Wahrnehmungen nachforscht.

Etwas muss klargestellt werden: Einige Menschen denken, dass Allah nur so lange existiert, wie Wesen existieren, die an Ihn denken (Hoch erhaben ist Er darüber), und als Folge dieses ernsten Fehlers bringen sie Einwände vor. Doch wenn Allah wünscht, kann Er alle Bilder beseitigen und alle Geschöpfe hinwegnehmen, die er erschaffen hat. Dennoch fährt Allah fort, zu existieren. Denn Er ist endlos und zeitlos. Einige Versen lenken die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass Allah jederzeit zerstören kann, was auch immer Er will:

Wenn Er will, nimmt er euch fort, o ihr Menschen, und bringt dafür andere. Allah ist dessen fähig. (Sure 4:133 - an-Nisa)

O ihr Menschen! Ihr seid als Bedürftige auf Allah angewiesen. Doch Allah ist der Bedürfnislose, der Preiswürdige. Wenn Er will, nimmt Er euch fort und bringt eine neue Schöpfung hervor. Und das fällt Allah keineswegs schwer. (Sure 35:15-17 - al-Fatir)

Selbst wenn Allah alles, was existiert, vernichtet, so ist es doch Allahs Existenz, die bleibt. Gott existierte, bevor Er alles erschaffen hat und wird fortfahren zu existieren, selbst wenn alles andere aufhört, zu existieren. Dies wird in einem Vers mitgeteilt:

Alles auf Erden ist vergänglich; bestehen aber bleibt das Angesicht deines Herrn, des Herren voll Majestät und Ehre. (Sure 55:26-27 - ar-Rahman)

Einwand: "Wenn wir diese Erklärungen annehmen, dann kann es keine Konzepte von Erlaubtem oder Unerlaubtem geben."

Antwort: Das ist ein vollständig unrealistischer Anspruch. Die Tatsache, dass die materielle Welt sich in unseren Wahrnehmungen bildet, beseitigt nicht das Geheimnis der Prüfung. Egal ob die Materie als eine Wahrnehmung oder außerhalb unseres Gehirns existiert, es ist verboten, was Allah verboten hat und es ist erlaubt, was Allah uns erlaubt hat. Allah hat zum Beispiel verboten, Schweinefleisch zu essen. Zu sagen "Das Schweinefleisch ist auch nur ein Bild in meinem Gehirn" und es dann zu essen, ist heuchlerisch und unintelligent. Zu sagen "Diese Menschen sind bloß Bilder in meinem Gehirn, also macht es nichts aus, wenn ich sie anlüge", kann niemand, der Allah fürchtet und verstanden hat, was wir hier behandeln, tun. Dies gilt für alle Regeln, Befehle und Verbote Allahs. Die Tatsache, dass die Almosen, die wir geben, in den Gehirnen der Menschen existieren, denen wir sie geben, bedeutet nicht, dass wir diese Verpflichtung nicht zu erfüllen brauchen. Allah hat die ganze Welt als eine Ansammlung von Wahrnehmungen erschaffen; jedoch innerhalb dieser Wahrnehmungen sind wir dafür verantwortlich, uns daran zu halten, was Allah im Quran befohlen hat.

In der Vergangenheit haben einige Menschen diese Wahrheit verdreht, um zu versuchen, die Konzepte von Erlaubtem und Unerlaubtem zu beseitigen. Jedoch besaßen diese Menschen bereits ein verdrehtes Glaubenssystem, und es ist möglich, dass sie diese Wahrheit für ihren eigenen Vorteil verwenden wollten. Dennoch sollte verstanden werden, dass der Schluss, zu dem sie gekommen sind, falsch war.

Folglich wird jedermann, der die Situation ehrlich betrachtet, sehen, dass es für die Prüfung im diesseitigem Leben nicht notwendig ist, dass Materie existiert. Allah hat diese Prüfung innerhalb der Welt von Bildern erschaffen. Diejenigen, die vorbringen, dass unbedingt die Materie existieren müsste, damit ein Mensch beten kann oder zwischen dem Erlaubten oder Unerlaubten unterscheiden kann, haben keine Argumentationsgrundlage. Außerdem ist es die Seele, die wichtig ist. Es ist die Seele, die im Jenseits bestraft oder mit Wonnen belohnt wird. Die Existenz, die von Allah auf die Probe gestellt wird, ist die menschliche Seele. Aus diesem Grund hindert uns die Tatsache, dass die Materie eine Wahrnehmung in unseren Gehirnen ist nicht, zu tun was erlaubt ist und uns davor zu hüten, was unerlaubt ist oder unsere religiösen Verpflichtungen zu erfüllen.

Jene, die behaupten, dass sie keine Verantwortlichkeit für die Bilder haben, werden folgendes sagen, wenn sie zur Hölle geschickt werden: "Wir dachten, dass wir dafür nicht verantwortlich sein würden; Darum sind wir hier". Diese Menschen werden, obwohl sie verstehen dass die Hölle genauso wie diese Welt auch ein Bild ist, die Qualen der Hölle für immer leiden. Allah wird innerhalb dieses Bildes die Ungläubigen diese Qualen ganz genau empfinden lassen.

Einwand: "Jeder sagt, dass die Blätter eines Baumes grün sind. Da jedermann diesen Baum in der gleichen Weise beschreibt, existiert er nicht nur in meinem Gehirn."

Antwort: Was die Menschen um uns herum um grün nennen, nennen wir auch grün. Ist die Farbe jedoch, die sie grün benennen, dasselbe Grün, das wir in unserem Gehirn sehen, oder nennen sie das grün, was wir als blau sehen? Wir haben keine Möglichkeit, diese zu erfahren. Es gibt keine Farben außerhalb unseres Gehirns. Es gibt nur unterschiedliche Längen von Lichtwellen, und es sind unsere Gehirne, die diese Lichtwellen in Farbwahrnehmungen umwandeln. Folglich bilden sich die Farben innerhalb von uns, und niemand hat die Möglichkeit, die Farbe zu sehen, die in unserem Gehirn entsteht.



Wir können nie wissen, ob die Farbe, die wir als grün definieren, jemand anderem gleich scheint. Die Abbildung auf dieser Seite könnte in zwei unterschiedlichen Gehirnen in ganz unterschiedlichen Farben gesehen werden. Was der eine grün nennt, kann der andere als blau sehen, obwohl er es auch grün nennt.

Dies ist ein Thema, das von vielen Philosophen und Wissenschaftlern behandelt worden ist, und sie stimmten letztlich darin überein, dass "wir nie sagen können, ob jemand die Rose, die wir als rot sehen, genauso wie wir sieht, oder, ob er als rot definiert, was wir als blau sehen." Dies trifft nicht nur auf die Farben, sondern auch auf alle anderen Wahrnehmungen zu. Daniel Dennet drückt seine Gedanken zu diesem Thema so aus:

Locke diskutierte es 1690 in seinem "Essay Concerning Human Understanding" ("Essay über die Verständnisfähigkeit des Menschen"), und viele meiner Studenten sagen mir, dass sie als kleine Kinder selbst über diese Idee gestolpert sind und von ihr fasziniert waren. Die Idee selbst scheint klar und eindeutig zu sein:

"Es gibt die Art und Weise, in der mir die Bilder, Töne und Gerüche der Dinge erscheinen. Das ist ganz klar. Ich denke jedoch darüber nach, ob die Art und Weise, in der die Dinge mir erscheinen dieselbe ist, in der sie anderen Menschen erscheinen."

Wir können nie wissen, ob zwei Menschen, die rote Tulpen betrachten, genau die gleichen Rottöne sehen.

Philosophen haben dieses Thema in vielen verschiedenen Variationen erörtert, doch die klassische Version ist die "interpersonelle" Version. Wie kann ich wissen, ob Sie und ich subjektiv dieselbe Farbe sehen, wenn wir etwas betrachten? Da wir beide die Bezeichnungen der Farben erlernten, indem uns diese Farben an bestimmten Objekten gezeigt wurden, wird unser Sprachgebrauch derselbe sein, auch wenn wir subjektiv völlig unterschiedliche Farben sehen -selbst dann, wenn zum Beispiel etwas, dass für mich rot zu sein scheint, für sie grün aussieht. 55

Drew Westen, Psychologieprofessor an der Harvard Universität, erklärt, dass wir vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus nie wissen können, ob jemand anderes die Rose in der selben Weise wahrnimmt, wie wir sie wahrnehmen:

In welchem Ausmaß nehmen die Menschen die Welt in der gleichen Weise wahr, wenn die Wahrnehmung ein kreativer, konstruktiver Prozess ist? Erscheint die Farbe rot einer Person, genauso, wie sie jemand anderem erscheint? Wenn der eine Knoblauch mag und der andere nicht, verspüren dann beide denselben Geschmack oder hat der Knoblauch für jeden von ihnen einen anderen Geschmack? Die konstruktive Natur der Wahrnehmung erweckt das faszinierende Problem, in welchem Ausmaß die Menschen die Welt so sehen, wie sie in Wirklichkeit ist. Platon sagte, dass das, was wir wahrnehmen, nur die Schatten an der Wand der Höhle sind, in der wir sitzen, verursacht durch die Bewegung einer im trüben Licht unsichtbaren Realität. Was bedeutet es, zu sagen, dass eine Tasse Kaffee heiß ist? Und ist Gras wirklich grün? Jemand, der an Grünblindheit leidet und dessen Gesichtssinn bestimmte Wellenlängen des Lichtes nicht auszusondern vermag, sieht das Gras nicht als grün. Ist die Farbe grün ein Merkmal des Objektes, des Grases oder des Subjektes, des Wahrnehmenden, oder ist es eine Interaktion zwischen dem Beobachter des Objekts und dem beobachteten Objekt? Dies sind philosophische Fragen im Zentrum der Problematik von Sinn und Wahrnehmung. 56

Wie wir sehen, bedeutet die Tatsache, dass wir die gleichen Definitionen bilden oder Farben mit denselben Namen benennen, nicht, dass wir dasselbe sehen. Es ist absolut nicht möglich, die Wahrnehmungen der Menschen zu vergleichen, weil jeder eine eindeutige Welt innerhalb seines Gehirns sieht. Die Vorstellungen der Menschen miteinander zu vergleichen ist absolut unmöglich, weil jeder eine klare Welt innerhalb seines Gehirns sieht.

Einwand: "Ich bin in einem Garten mit zwei Freunden, und wir drei sehen genau dieselben Dinge. Wenn alles, was wir in unserem Gehirn sehen, genau dasselbe ist, heißt das, dass es originale Gegenstücke dieser Dinge außerhalb unseres Gehirns geben muss."

Antwort: Die Tatsache, dass Sie und die anderen die gleichen Dinge sehen, ist keine Bestätigung der Behauptung, dass es materielle Gegenstücke dessen gibt, was Sie sehen. Denn Sie sehen auch Ihre Freunde nur in Ihrem Gehirn. Wenn Sie mit Ihren Freunden in einem Fruchtgarten spazieren, entstehen Ihre Freunde und Ihre Gespräche in Ihrem Gehirn, genau wie die Äpfel, die Aprikosen, die Blumen, die Töne der Vögel, der leichte, warme Wind und die Gerüche der Früchte und Blumen sich in Ihrem Gehirn bilden. Das heißt, Ihre Freunde spazieren nicht in einem Garten in der Außenwelt, sondern in einem Garten, den Sie in Ihrem Gehirn sehen. Folglich bedeutet die Tatsache, dass Ihre Freunde die gleichen Dinge sehen wie Sie, nicht dass es materielle Gegenstücke von dem gibt, was Sie sehen.

Wenn Sie ein Fußballspiel in einem Stadion voller Menschen sehen, ist die Tatsache, dass tausende von Menschen das Tor sehen, das erzielt wird und auf das sie reagieren, kein Beweis für das materielle Bestehen des Stadions, der Spieler, des Schiedsrichters oder der tausenden von Menschen auf der Tribüne. Die Spieler, die Fans, der Beifall und alles andere, was Sie dort sehen, finden innerhalb Ihres Gehirns statt. Der Spieler, der ein Tor schießt, und die Fans, die über dieses Tor jubeln, sind innerhalb von Ihnen. Sie jubeln über ein Tor, das in Ihrem Gehirn geschossen wird, und klatschen mit der Menschenmasse in Ihrem Gehirn. Schließlich bedeutet die Tatsache, dass die Menschen, die Sie neben sich sehen, bestätigen, was Sie sehen, nicht, dass das was Sie sehen, in der Außenwelt materielle Gegenstücke hat. Egal wie viele es sind, die Menschen, von denen Sie annehmen, "neben" Ihnen zu sein, befinden sich in Wirklichkeit in Ihrem Gehirn.

Einwand: "Wir nehmen die externe Welt so wahr, wie sie tatsächlich existiert, so dass es keine Abnormalität in unserem Verhalten gibt. Zum Beispiel, wenn wir an eine Felsenklippe kommen, gehen wir nicht weiter sondern wir stoppen, anstatt uns in den Abgrund zu stürzen."

Antwort: Dieser Einwand zeigt, dass der Fragesteller ernsthaft verwirrt ist und nicht verstanden hat, was gesagt wurde. Der Einwand basiert auf der folgenden Behauptung: "Es gibt eine materielle Wirklichkeit in der Außenwelt, und wir sehen sie, genauso wie sie ist. Niemand sieht die äußere Welt anders als sie in der Tat existiert. Der Beweis dafür ist, dass wenn es einen Abgrund in der Außenwelt gibt, sehen wir ihn als Abgrund und gehen nicht weiter, wenn wir an seinem Rand sind."


IN EINEM STADIUM VOLLER FUSSBALLFANS BETRACHTET JEDER EIN ANDERES SPIEL
IN SEINEM GEHIRN

Jemand, der ein Stadion besucht, um ein Fußballspiel zu sehen, denkt, dass er dasselbe Spiel wie jeder andere sieht, aber er irrt sich vollständig. Im Gehirn jedes Menschen entstehen ein anderes Spielfeld, andere Spieler und andere Fans. Dennoch denken Tausende von Menschen in diesem Stadion, es gebe nur ein Spiel und jeder betrachte dasselbe Spiel. Auch die, die dieses Spiel zu Hause im Fernsehen betrachten, denken, dass sie dasselbe Spiel sehen.

Doch weder die Fans im Stadium noch die zu Hause vor ihrem Fernsehschirmen sitzen, können das tatsächliche Bild sehen. Es ist für niemanden möglich, außerhalb seines Gehirns zu sein und mit dem, was sich außerhalb von ihm befindet, konfrontiert zu sein. Alles, was die Menschen sehen können, sind die Informationen, die ihre Gehirne erreichen. Es ist die Seele, die sieht. Es ist Allah - der Herr über Himmel und Erde, Der sowohl die Seele als auch die Bilder für jeden Menschen einzeln erschaffen hat, die der Wirklichkeit so ähneln.

Jedoch ist das, was hier gesagt wurde, etwas völlig anderes als das, was diese Person verstanden hat. Hier wird nicht gesagt, dass "es eine äußere Welt gibt, aber wir diese Welt nicht genauso wie sie ist, sondern unterschiedlich sehen." Hier wird erklärt, dass "wir alles, was wir erleben, in unserem Gehirn sehen und nie mit einem Original konfrontiert sein können. Aus diesem Grund können wir nie wissen, ob die materiellen Gegenstücke in der Außenwelt existieren, oder nicht."

Die Tatsache, dass wir nicht von einem Felsen hinunterfallen, während wir am Rand dieses Felsens spazieren, bedeutet nicht, dass wir die äußere Welt so sehen, wie sie in Wirklichkeit ist. Wenn wir einen geraden Weg entlang gehen oder am Rand eines Felsens anhalten, gehen wir tatsächlich auf dem Weg innerhalb unseres Gehirns und wir sehen den Felsen innerhalb unseres Gehirns. Selbst wenn wir von einem Felsen herunter fallen, empfinden wir die Wahrnehmungen, die diesen Fall betreffen, wieder in unserem Gehirn. Die Schmerzen der Verletzungen, die wir empfinden werden, wenn wir von dem Felsen herunter fallen, entstehen auch in unserem Gehirn.

Einwand: "Es gibt keinen Zweifel, dass Allah uns diese Bilder zeigt, um uns zu prüfen. Warum aber hat Allah eine solche Prüfung erschaffen, wenn Er der Schöpfer von allem ist, was geschieht?"

Antwort: Natürlich hat Allah es nicht nötig, Menschen zu prüfen, um ihr Verhalten zu sehen, da Er unser Herr ist, Der alle Ereignisse, Zeit und Raum erschaffen hat. Allah ist unabhängig von Zeit und Raum. Die Ereignisse, die von uns in der Vergangenheit erlebt wurden oder in der Zukunft erlebt werden, haben für Allah in einem einzigen Augenblick stattgefunden und sind vollendet. Doch Allah lässt uns diese Prüfung erleben, damit die Menschen ihr eigenes Verhalten kennen lernen, und verstehen, warum sie ins Paradies oder zur Hölle gehen. Jemand, der weiß, dass Allah sein Freund ist und dass er unendlich barmherzig und mitleidsvoll gegenüber Seinen Dienern ist, nimmt Seine Schöpfung herzlich an.

Gott zeigt uns Ereignisse, die für Ihn bereits geschehen sind. Er gibt den Menschen das Gefühl, dass sie ihre Handlungen aus freiem Willen selbst tun. Und er verkündet uns, dass wir innerhalb dieses Gefühls für alles verantwortlich sind, was Er uns im Quran mitteilt. Unsere Verantwortlichkeit ist, alle Befehle unseres Herrn zu befolgen. Alles, was darüber hinausgeht, können wir nur erlernen, wenn es Gott so gefällt. Wenn er es wünscht, kann Allah uns dieses Geheimnis und diese Weisheit entweder im Diesseits oder im Jenseits aufdecken. Wenn Er wünscht, kann Er überhaupt nichts zeigen. Wie Allah in einem Vers angibt, "...begreifen sie nichts von Seinem Wissen, außer was Er will...". (Sure 2:255 - al-Baqara) Was auch immer geschehen wird, Allah ist unser Herr und Beschützer. Folglich ist es unsere Aufgabe, auf Allah zu vertrauen, Der uns so viele Segnungen zuteil werden lässt, und sich über alles zu freuen, was Er erschaffen hat.

Einige Menschen in der Vergangenheit haben die Wahrheit über die wahre Natur der Materie begriffen. Da aber ihr Glauben an Allah und ihr Verständnis des Quran schwach war, haben sie abwegige Ideen hervorgebracht. Einige haben gesagt, dass "alles eine Illusion ist, man also nicht zu beten braucht." Dies sind verdrehte und ignorante Ideen. Es ist wahr, dass alles ein Bild ist, das uns von Allah gezeigt wird. Jedoch ist es auch eine Tatsache, dass Allah uns auffordert, sich an den Quran zu halten. Was wir also tun müssen, ist, sich an Allahs Befehle und Verbote sorgfältig zu halten.

Im Quran deckt Allah auf, dass Er über die menschliche Seele sehr wenig Informationen zur Verfügung gestellt hat. Allah hat das Bild der Prüfung zu einem bestimmten Zweck erschaffen. Er teilt diesen Zweck in Seinen Versen folgendermaßen mit:

Und wahrlich, Wir werden euch mit Furcht prüfen sowie mit Hunger und Verlust an Besitz und Menschenleben und Fürchten; doch verkünde den Standhaften Heil. (Sure 2:155 - al-Baqara)

Wahrlich, geprüft sollt ihr werden an euerem Vermögen und an euch selber. Und wahrlich, ihr werdet viel Verletzendes von denen hören, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde und von den Polytheisten. Wenn ihr jedoch standhaft seid und gottesfürchtig - siehe, dies ist der Dinge Ratschluss. (Sure 3:186 - Al-'Imran)

Es gibt bedeutende Weisheiten innerhalb dieser Prüfung. Eine davon ist, dass wir geprüft werden und uns entsprechend dieser Prüfung in aller Ewigkeit im Paradies oder in der Hölle befinden werden. Eine andere Weisheit jedoch ist, dass die Menschen bezeugen können, was sie ihr ganzes Leben lang getan haben, und dass sie sehen, warum sie mit dem Paradies belohnt oder mit der Hölle bestraft werden, indem sie im Jenseits ihre gelebte Moral mit der Moral des Quran vergleichen. Allah weiß das beste. Wir können nur zu Allah beten, dass Er uns Sein Wissen aufdeckt.

Einwand: "Wie wir bis jetzt verstanden haben, werden wir auch nach unserem Tod nur mit Wahrnehmungen konfrontiert sein. Wird das für immer dauern? Sind auch das Paradies und die Hölle eine Ansammlung der Wahrnehmungen?"

Antwort: Allah hat die Menschen auf der Welt so erschaffen, dass wir nur Bilder wahrnehmen können, die unseren Seelen gezeigt werden. Das heißt, wir können nur die Bilder sehen, die uns dargestellt werden, ob es eine reale physikalische Welt gibt oder nicht. Allah wird jedoch den Menschen nach dem Tod neu erschaffen. Deshalb können wir nicht wissen, wie diese Schöpfung sein wird.

Es soll nicht vergessen werden, dass die Tatsache, dass das Paradies und die Hölle auch als eine Wahrnehmung empfunden werden, weder das Glück, das im Paradies gefunden wird, noch die Qualen in der Hölle verringern wird. Wenn ein Mensch sich im diesseitigen Leben seine Hand verbrennt, empfindet er alle Schmerzen in seinem Gehirn ganz klar. In gleicher Weise werden diese Wahrnehmungen auch im Jenseits andauern. Dass diese Gefühle im Gehirn wahrgenommen werden, ändert diese Tatsache nicht. Folglich, obwohl die Hölle der Seele als eine Wahrnehmung dargestellt wird, kann diese Tatsache die Qual nicht erleichtern, die dort ewig erlebt wird. Wie Allah mit seiner ausgezeichneten Schöpfung das diesseitige Leben so realistisch und glaubwürdig erschaffen hat, dass die Menschen es als "eine absolute Wirklichkeit" annehmen, hat Er auch die Macht, das Jenseits in derselben Weise zu erschaffen. Allah verkündigt uns in vielen Versen, dass die Qualen in der Hölle unerträglich sind:

Und dass Meine Strafe eine schmerzliche Strafe ist. (Sure 15:50 - Al-Hidschr)

Doch Wir werden die Ungläubigen strenge Strafe kosten lassen. Und Wir werden ihnen das Übelste an ihrem Tun vergelten. So ist der Lohn der Feinde Allahs - das Feuer. Darin ist ihr Aufenthalt auf ewig, weil sie Unsere Botschaft fortwährend leugneten. (Sure 41:27-28 - Fussilat)

Das Gleiche gilt für das Paradies. Alles, was eine Person genießt, oder ihr Freude macht, ist eine Wahrnehmung, die in ihrem Gehirn gebildet wird. Jemand, der an einem Gespräch mit seinem besten Freund Freude hat, spricht in Wirklichkeit mit seinem Freund, der innerhalb seines Gehirns entsteht. Derjenige, der die Aussicht eines Wasserfalls genießt und das Tosen des Wassers hört, sieht eine Aussicht und hört Töne, die sich nur in seinem Gehirn bilden. Das ist eine klare Tatsache doch verhindert dies nicht, dass der Mensch an diesem Bild Vergnügen findet. Aus diesem Grund teilt Allah uns in den Quranversen mit, dass das Paradies für Menschen eine Glückseligkeit ist und dass sie im Paradies haben werden, was sie immer begehrt haben:

Wer jedoch seinen Herrn fürchtet, denen werden Gärten sein, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen; ein Willkommen von Allah und was bei Allah ist, ist das beste für die Rechtschaffenen. (Sure 3:198 - Al-'Imran)

Ihr Herr verheißt ihnen Seine Barmherzigkeit und Sein Wohlgefallen und Gärten beständiger Wonne. Verweilen sollen sie dort ewig und immerdar. Siehe, bei Allah ist gewaltiger Lohn. (Sure 9:21-22 - at-Tauba)

Der, dessen (Gewicht in der) Waage schwer ist, wird dann ein angenehmes Leben führen. (Sure 101:6-7 - al-Qari'a)

Außerdem findet jemand, der weiß, dass es Allah ist, Der ihm erlaubt, diese herrlichen Bilder zu sehen, noch größeres Vergnügen. Jemand, der einen Apfel von einem Baum pflückt, der den frischen und angenehmen Geruch des Apfels empfindet und an Allah denkt, Der diesen Geruch, die ästhetische Form der Frucht, den Geschmack und seine Schönheit erschaffen hat, genießt dieses Bild mehr als die anderen Menschen. Im Paradies wird Allah das Bild des Paradieses für jeden Gläubigen einzeln erschaffen und Er wird jedem Gläubigen alles geben, was immer seine Seele begehrt. In dieser Welt und im Jenseits ist der Mensch immer mit Allah, Der sein einziger Freund, Beschützer und Schöpfer ist. Alle Propheten, Gesandte, fromme Gläubige, Holdselige und andere, die er im Paradies sehen wird, sind Wesen, in denen Allahs Freundschaft, Liebe und Nähe zu Seinen Dienern am meisten in Erscheinung treten.

Es ist offensichtlich, dass Allah uns unser Leben als eine Gesamtheit von Wahrnehmungen zeigt. Eine ehrliche Person, die diese Tatsache bemerkt, sollte keinen Zweifel haben an Allahs Gerechtigkeit, Seiner ausgezeichneten Schöpfung und daran, dass Er immer das Schönste und Beste erschafft. Allah wird sowohl das Paradies als auch die Hölle als eine Wahrnehmung erschaffen. Aber diese Tatsache ändert die Verheißungen nicht, die Allah im Quran den Menschen versprochen hat. Während im Paradies dem Menschen die größten Freuden und Vergnügungen in alle Ewigkeit angeboten werden, werden in der Hölle die schrecklichsten Qualen ewig andauern. Allahs Schöpfung ist fehlerlos und Er hält seine Versprechungen.

Von solchen nehmen Wir das Beste von ihren Taten an und übersehen Wir die schlechten Taten. Unter den Bewohnern des Paradieses werden sie sein - eine wahre Verheißung, die ihnen versprochen ist. (Sure 46:16 - al-Ahqaf)

Wie auch diese Verse bekannt geben, existiert das Paradies sogar an diesem Moment vor Allah. Allah hat das Paradies und die Hölle erschaffen und beide existieren im Seinem Gedächtnis.

Einwand: "Können wir nie mit absoluten Wesen konfrontiert sein? Ich fühle mich unbehaglich wenn ich denke, dass ich nur in einer Welt der Wahrnehmungen existiere."

Antwort: Die einzige absolute Existenz ist Allah. Alles, was wir sonst sehen, sind Manifestationen von Allah. Die Menschen nehmen im Allgemeinen an, dass sie und andere Wesen physikalisch existieren und dass Allah sie wie Radiowellen umfasst. (Hoch erhaben ist Er darüber) Die Wahrheit ist das genaue Gegenteil dieser Behauptung. Das heißt, es ist nur Allah, Der existiert. Wir dürfen uns nicht durch die Tatsache täuschen lassen, dass wir Allahs Existenz nicht direkt mit unseren Augen sehen können. Wohin immer jedermann sich dreht oder wen auch immer er betrachtet, Allahs Manifestationen sind überall.


ALLAH WIRD DAS PARADIES ALS EINE QUELLE DER EWIGEN FREUDE ERSCHAFFEN

Außerdem ist es eine Tatsache, die einen nicht unbehaglich machen sollte, sondern an der alle Menschen, die an Allah glauben, große Freude finden. Es ist eine große Ehre, dass Allah die einzige absolute Existenz ist und dass wir, Seine Diener nur Illusionen sind. Eine solche Tatsache erfreut den Menschen. Sie verstärkt unsere Ehrfurcht vor Allah und unsere Unterwürfigkeit zu seiner endlosen Macht.

Es ist auch eine wichtige Erklärung, die allen weltlichen Ehrgeiz der Menschen abschaffen wird und die Menschen Allah anbeten lässt, ohne Ihm andere Götter zur Seite zu stellen. Denn zu sagen, dass "es außer Allah eine andere absolute Existenz gibt", bedeutet, andere Götter neben Allah zu stellen, und zu behaupten, dass es eine andere Macht außer der Allahs' gibt. Aber für jemanden, der diese Tatsache weiß, kommt so etwas niemals in Frage. Ein solcher Mensch fürchtet niemanden außer Allah. Wenn ein Arzt eine Heilung für seine Krankheit findet, weiß er, dass es Allah ist, der ihn hat gesunden lassen. Er weiß gewiss, dass der Arzt nur ein Mittel ist, das Allah für seine Heilung erschaffen hat.

Was Allah erschafft, ist immer das Schönste und das Beste. Diese Tatsache sollte nie vergessen werden. In einem Vers gibt Allah folgendes an:

Kehre zu deinem Herrn zurück, zufrieden und (Ihn) zufriedenstellend. (Sure 89:28 - al-Fadschr)

Eine Person muss immer mit jedem Ereignis zufrieden sein, das Allah erschaffen hat, denn es kann die Menschen Allah näher bringen. Außerdem kann die Weisheit vieler Verse noch besser geschätzt werden, wenn der Quran noch einmal gelesen wird, indem diese wichtige Tatsache im Auge behalten wird.

Es ist jedoch ganz deutlich, dass diese Wirklichkeit den Menschen, die an Allah nicht glauben, die selbstsüchtigen Begierden nachjagen, die auf das Jenseits nicht hoffen und eine materialistische Weltanschauung besitzen, ganz unbehaglich und ernst erscheint. Es ist für solche Menschen wirklich enttäuschend, zu verstehen, dass allem, dem sie ganz ehrgeizig nachjagen und dass die Menschen, die sie als absolute Wesen ansehen, in Wirklichkeit nur eine Illusion sind. Wenn sie diese Wahrheit begreifen, werden sie verstehen, dass sie ihr ganzes Leben lang einer Illusion nachgejagt haben und sich vergebens abgemüht haben. Sie werden sehen, dass sie ihre ganze Kraft aufgeboten haben, um die Wahrheit zu verweigern. Sie werden wirklich betrübt und gedemütigt.

Da diese Menschen sich täuschen, indem sie die Illusionen als Realität annehmen, werden sie auch im Jenseits eine große Enttäuschung erleben:

Sie sind es, die ihrer selbst verlustig gegangen sind, und was sie sich ausgedacht hatten, ist ihnen entschwunden. Ohne Zweifel sind sie im Jenseits die wahren Verlierer. (Sure 11:21-22 - Hud)

Aber für die Diener, die Allah als einzigen Freund und Beschützer annehmen, die sich Allah in lauterem Gehorsam hingeben, ist die Tatsache, dass alles nur eine Illusion ist und dass Allah die einzige absolute Existenz ist, eine Quelle der Freude und eine Schönheit.

Einwand: "Ist das Ende dieser Welt der Wahrnehmungen ein Nichts? Kann der Mensch in diesem Nichts bleiben?"

Antwort: Einer der Gründe, welche die Menschen daran hindert, über dieses Thema nachzudenken und sie erschrecken, ist, dass sie Angst davor haben, zu verstehen, dass wenn sie sich auf dieses Thema konzentrieren, sie selbst und die Gegenstände, die sie berühren, tatsächlich überhaupt ein Nichts sein werden, und innerhalb dieses Nichts zu bleiben. Aber Allah schafft die Gründe, die Er für die Prüfung erschaffen hat, nicht weg. Diese Gründe werden bis zum Moment unseres Todes erschaffen werden.

Wir werden die Härte des Tisches fühlen, wenn wir ihn berühren, unsere Hand wird bluten, wenn wir uns Hand schneiden, es wird uns weh tun, und wir werden mit Furcht und Hunger und Verlust an Gut und Leben und Krankheiten geprüft. Die Tatsache, dass wir in einer Welt der Wahrnehmungen leben, wird die Dinge, von denen wir im diesseitigen Leben abhängig sind, nicht beseitigen. Wenn wir sterben, wird es kein Nichts geben. Wie Allah im Quran mitgeteilt hat, werden wir unser Leben im Jenseits beginnen, das von einer anderen Dimension und anderen Ursachen abhängig ist. Es gibt keinen Grund, zu fürchten, dass wir in einem Nichts bleiben werden. Da Allah die Menschen innerhalb dieser Prüfung erschaffen hat, wird Er fortfahren, uns diese Wahrnehmungen zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich teilt Er uns das im Quran auch so mit. Wenn unsere Wahrnehmungen in dieser Welt aufhören, werden die Wahrnehmungen des Jenseits beginnen, und wir werden uns nie in einem Nichts befinden.

Einwand: "Dauert die Prüfung im Diesseits an für einen Menschen der versteht, dass alles eine Illusion ist?"

Antwort: Dies ist ein sehr wichtiges Thema. Einige Menschen bringen vor, dass die Prüfung im diesseitigen Leben zu Ende geht, wenn diese Tatsache begriffen wird. Das ist ein unehrlicher Gedanke. Die Prüfung dauert an, solange wir leben.

Obwohl Allah uns veranlasst, in einer Welt der Wahrnehmungen zu leben, zeigt Er uns diese Welt so, als ob sie von bestimmten Ursachen abhängig ist. Zum Beispiel, wenn wir hungrig sind, essen wir etwas. Wir sagen nicht, dass "alles eine Illusion ist, es also nichts ausmacht." Wenn wir nicht essen, werden wir schwächer und schließlich sterben wir. Allah kann diese Ursachen und Wirkungen abschaffen, wann immer Er wünscht, für wen Er will und durch jedes Mittel das Er wünscht. Wir können nie wissen, wann oder warum Er so tun wird. Allah befiehlt uns, uns an die Verse des Quran zu halten, und wir müssen in der Sphäre dieser Ursachen leben, damit wir uns an die göttlichen Gebote im Quran halten können. Allah befiehlt den Menschen, das Gute zu gebieten und das Böse zu verbieten. Er befiehlt, wehrlose Frauen und Kinder vor Grausamkeiten und dem Leiden zu erretten. Im Quran fragt Er folgendes: "Und was ist mit euch, dass ihr nicht auf Allahs Weg kämpft und für die hilflosen Männer, Frauen und Kinder.." (Sure 4:75 - an-Nisa) Es würde vollständig falsch und unehrlich sein, eine Haltung anzunehmen, die diese Verpflichtungen, für die Allah uns verantwortlich macht, zurückweist.

Jemand der beachtet, dass es Allah ist, Der ihm alles zeigt, was geschieht, wird eine große Verantwortlichkeit für jedes Bild tragen. Im Gegensatz zu anderen Menschen versucht er immer, das Gute zu gebieten und das Böse zu verhindern. Für diese Verpflichtungen macht er keinen anderen Menschen verantwortlich. Nie bringt er Ausreden wie "Ich habe alles gemacht, was ich tun kann, lass jemand anderen jetzt ein bisschen tun" vor. Jemand, der diese Wahrheit bemerkt, sagt: "Wenn Allah mir diese Bilder zeigt, bedeutet es, dass Er will, dass ich eine Lösung dafür finde, und ich bin verantwortlich dafür."

Also muss man alles tun, was man kann, um die Verpflichtungen durchzuführen, für die Allah uns im Quran verantwortlich macht. Die wahre Natur der Materie zu wissen, und eine Weltanschauung in Übereinstimmung mit dieser Tatsache zu haben, verstärkt alle unsere Bemühungen, Allahs Wohlgefallen zu gewinnen, und unsere Entschlossenheit.

Einwand: "Wird es richtig sein, zu sagen dass Allah überall ist? Liegt Seine Souveränität nicht in den Himmeln?"

Antwort: Die große Mehrheit der Menschen nehmen sich selbst, die Materie und die Welt, die sie um sie herum sehen, als absolute Wesen an. Sie glauben, dass Allah wie eine Illusion ist, die diese absolute Materie umfasst. (Hoch erhaben ist Er darüber) Da sie Allah nicht mit eigenen Augen sehen können, sagen sie, dass "Allah irgendwo im Universum oder in den Himmeln ist, wo wir Ihn nicht sehen können." Das ist ein großer Fehler.

Allah ist nicht nur in den Himmeln, sondern Er ist überall. Allah hat als die einzige absolute Existenz das ganze Universum, alle Menschen, die Erde, den Himmel und alle anderen Dinge umfasst. Wohin immer Sie sich wenden, Allahs Angesicht ist dort. Es ist dem Quran entsprechend falsch, zu sagen, dass die Souveränität Allahs nur in den Himmeln liegt, weil Allah überall ist. Es ist in einigen Versen des Quran aufgedeckt worden, dass Allah alle Dinge umfasst, dass Er den Menschen näher ist als ihre eigen Halsschlagader. Allah teilt uns in der Sure 2:255 - al-Baqara, dass "...Sein Thron über die Himmel und die Erde weit reicht...". Ein anderer Vers betont, dass Allah zweifellos alles umfasst, was die Menschen tun:

... Doch mein Herr überblickt alles, was ihr tut. (Sure 11:92 - Hud)

Wie im Quran mitgeteilt wird, ist Allah nicht nur in den Himmeln. Allah ist überall. Diese Wahrheit ist uns im Quran berichtet worden.

Die Erklärung des Geheimnises, das hinter der Materie steckt, wird den Menschen ermöglichen, diese Verse besser zu verstehen. Menschen, die sehen, dass die Materie keine absolute Existenz hat, werden verstehen, dass Allah überall ist, dass Er sie jeden Moment sieht und hört, dass Er alles bezeugt und ihnen näher als ihre eigenen Körper ist, und dass Er dem Gebet des Bittenden antwortet, wenn er zu Ihm betet.

Zusammenfassung: Die Hölle ist das Heim der Diskussionen

Im Quran lenkt Allah mit dem Vers, "So haben Wir den Menschen in diesem Quran allerlei Gleichnisse aufgestellt. Doch der Mensch bestreitet die meisten Dinge." (Sure 18:54 - al-Kahf) die Aufmerksamkeit auf streitsüchtige Naturen unter den Menschen. Die Mehrheit der Menschen beharrt darauf, die Wahrheiten nicht zu verstehen, egal wie klar diese sind, besonders wenn sie denken, dass diese Wahrheiten zu ihrem eigenen Vorteil in Widerspruch stehen. Sie gehen auf unnötige Einzelheiten ein, fragen sinnlose Fragen, die nie zu einem definitiven Schluss führen werden, und zeigen einen streitsüchtigen Charakter. Wegen dieser Eigenschaften haben die meisten Menschen im Laufe der Geschichte mit allen Propheten und Gesandten gestritten, die von Allah ausgewählt worden sind, und haben viele unrealistische Argumente vorgebracht, um sich der klaren Tatsache zu widersetzen, die ihnen von diesen Gesandten gebracht wurden. Das Ziel dieses Widerstands war nicht der echte Wunsch, die Wahrheit zu erfahren, sondern vielmehr der Wunsch, Schwierigkeiten zu konstruieren, so dass sie diese Tatsache leichter ignorieren konnten.


JENE; DIE DIE WAHRHEIT ABLEHNEN, WERDEN IN DER QUAL DER HÖLLE EWIG WEITERSTREITEN

Wir müssen hier die Menschen ausschließen, die von ganzem Herzen Fragen stellen, um die Wahrheit zu erlernen, die über diese Wahrheit nachdenken und versuchen, sie zu verstehen. Selbstverständlich ist es ganz vernünftig und notwendig, denjenigen Fragen zu stellen, die über dieses Thema mehr wissen, weil die meisten Menschen zum ersten Mal in ihrem Leben davon gehört haben und diese Tatsache ihre Weltanschauung völlig ändern wird. Es ist auch offensichtlich, dass Menschen, die ehrliche Fragen stellen, um diese Tatsache genauer verstehen zu können, sich von denen, die einfach streitsüchtig, skeptisch und schwer von Begriff sind, unterscheiden. Die Menschen, mit denen wir uns hier befassen, sind die, die störrisch ablehnen, die Wahrheit zu sehen und die an den Streit und die Verweigerung gewöhnt sind.

Allah erklärt in einem Vers den Geisteszustand solch streitsüchtigen Personen wie folgt:

Und fragt: "Sind unsere Götter besser oder er?" Dies bringen sie dir aber nur zum Streiten vor; denn sie sind ein streitsüchtiges Volk. (Sure 43:58 - az-Zukhruf)

Eines der Beispiele der störrischen und streitsüchtigen Menschen, die im Quran erwähnt werden, ist Pharao. Obgleich der Prophet Moses ihm die vollständige Wahrheit erklärte, stellte er eine Frage, die nichts damit zu tun hatte, was der Prophet gesagt hatte, und deren Antwort ihm keinen Nutzen bringen würde:

Er fragte: "Und wie steht es mit den früheren Geschlechtern?" (Sure 20:51 - Ta Ha)

Es ist offensichtlich, dass Pharao diese Frage stellte, um einen Streit zu beginnen. Es gab keinen aufrichtigen Wunsch, die Antwort auf diese Frage zu bekommen, und er dachte in seinem eigenen schwachen Verstand, dass der Prophet Moses keine Antwort geben würde. Jedoch verstand der Prophet sofort, warum Pharao solches fragte, und gab ihm eine klare Antwort:

Er antwortete: "Das Wissen darum ist bei meinem Herrn in einem Buch. Mein Herr irrt Sich nie, und Er vergisst niemals." (Sure 20:52 - Ta Ha)

Natürlich gehört der streitsüchtige Charakter, der die Tatsachen absichtlich übersieht, nicht nur zu Pharao oder einigen Ungläubigen, die in der Vergangenheit gelebt haben. Ein großer Teil der Menschen zu heutiger Zeit beginnt sofort über die Themen, die mit ihren eigenen Vorteilen in Widerspruch stehen, und besonders über religiöse Themen zu streiten. Es wird durch ihre Fragen und ihre Art zu reden sofort klar, dass sie ein Thema nicht wirklich verstehen möchten, das sie eigentlich ganz leicht begreifen könnten, wenn sie von Herzen wollten. Themen wie das Schicksal und die wahre Natur der Materie insbesondere, die wir in diesem Buch erklärt haben, sind Themen, die die Menschen am meisten versuchen, zu ignorieren. Aus diesem Grund werden die Fragen, die sie über diese Themen stellen, häufig durch einen Wunsch angespornt, nicht um die Wahrheit zu erforschen und zu verstehen, sondern um diese Tatsache für ungültig zu erklären. Diejenigen, die beispielsweise fragen, "Wenn alles ein Bild ist, zu welchem Zweck führen wir dann unsere religiösen Aufgaben durch?", können nicht erkennen, was für eine bedeutungslose Frage sie gestellt haben. Warum sollte es einen Menschen daran hindern, zu Allah zu beten, wenn er weiß, dass er als ein Bild erschaffen wurde, oder warum sollte eine Speise erlaubt sein, wenn sie ein Bild ist? Sie stellen diese Fragen, ohne nachzudenken, nur um dagegen etwas einzuwenden. Ihr alleiniges Ziel ist, die Wirklichkeit nicht anzunehmen sondern abzulehnen, ohne logische Erklärungen zu haben.

Die Gläubigen jedoch nehmen die Wahrheit sofort an, wenn sie sie sehen, und sie halten sich daran. Sie sagen "Wir hören und wir gehorchen", wie es im Quran mitgeteilt wird. Wenn streitsüchtige Menschen ihnen Fragen stellen, geben sie klare Antworten, ohne sich in unnötige Polemik zu verwickeln. Allah hat den Gläubigen im Quran verkündigt, eine solche Antwort zu geben, wenn sie von denen gefragt werden, die einen Streit vom Zaun brechen wollen:

Sprich: "Wollt ihr mit uns über Allah rechten, wo Er unser Herr und euer Herr ist? Wir haben unsere Werke, und ihr habt euere Werke (zu verantworten), und Ihm sind wir aufrichtig ergeben." (Sure 2:139 - al-Baqara)

Diejenigen, die mit wahren Gläubigen diskutieren, die ablehnen, zu verstehen, dass Allah die einzige absolute Existenz ist, und dass sie tatsächlich zu Allah gehören, die so offensichtliche Wahrheiten zurückweisen und die mit unlogischen Fragen das Bestehen des Paradieses und der Hölle, Allahs Barmherzigkeit und Allahs Gerechtigkeit in Zweifel ziehen, müssen folgendes verstehen: Sie werden in der Hölle fortfahren, ewig zu streiten. Die Quranversen beschreiben die Hölle als einen Ort des ewigen Streites und Konflikts:

Miteinander hadernd werden sie dort rufen: "Bei Allah! Wir waren wirklich in offenkundigen Irrtum." (Sure 26:96-97 - asch-Schu'ara')

Und wenn sie im Feuer miteinander rechten und die Schwachen zu den Hochtrabenden sprechen: "Seht, wir ahmten euch nach; könnt ihr uns nun nicht einen Teil der Feuerstrafe abnehmen?" Da werden die Hochtrabenden sprechen: "Seht, wir alle sind darin. Wahrlich, Allah hat unter Seinen Dienern (endgültig) gerichtet!" (Sure 40:47-48 - Ghafir)

Wie wir in den obenerwähnten Versen gesehen haben, werden die Ungläubigen fortfahren, sogar in den Flammen der Hölle zu streiten. Ein anderer Vers behandelt die, die versuchen, die Gläubigen zu provozieren, und zitiert ihre Gespräche:

Sie werden hinzufügen: "O unser Herr! Wer all dies über uns gebracht hat - verdoppele ihm die Feuerstrafe!". Und sie werden ausrufen: "Was ist, dass wir (gewisse) Männer nicht sehen, die wir zu den Bösen gezählt (und) die wir verspottet hatten? Oder haben wir sie nur übersehen?" So werden die Leute im Feuer tatsächlich miteinander streiten. (Sure 38:61-64 - Sad)

Die Bewohner der Hölle werden fortfahren, in den dunklen und schmalen Plätzen der Hölle zu streiten, während unter den eisernen Stöcken durch das siedende Wasser, das über sie gegossen wird, ihre Häute wegen der Hitze des Feuers schmelzen. Die sinnlosen Diskussionen werden für immer dauern, und sie werden einander fragen, warum sie diese Qualen erleiden. Sie werden fortsetzen, über Allah und die Gläubigen zu hadern:

Diese beiden sind Widersacher, die über ihren Herrn streiten. Aber für die Ungläubigen sind Kleider aus Feuer zurechtgeschnitten. Über ihre Köpfe wird siedendes Wasser gegossen. Das ihre Eingeweide und ihre Haut schmelzen lässt. Und eiserne Keulen sind für sie bestimmt. Sooft sie voller Angst aus ihr zu entfliehen suchen, werden sie in sie zurückgetrieben werden: "So kostet die Strafe des Verbrennens!" (Sure 22:19-22 - al-Hadsch)

Jedoch werden sie niemals imstande sein, mit diesen Diskussionen zu einem Schluss zu kommen. Die, die über diese Wahrheit in dieser Welt diskutierten und sie folglich ignorierten, werden weiter in den Qualen der Hölle unter großer Reue streiten, die nie aufhören wird.

Die Fortsetzung dieser Diskussionen unter den Bewohnern der Hölle ist ein Zeichen, dass sie nicht glauben und die Wahrheiten nicht verstehen werden, indem sie miteinander streiten, sogar wenn sie das Feuer in der Hölle sehen. Solche Menschen fahren sogar unter den Qualen der Hölle fort, diese Wahrheiten zu verweigern:

Und diejenigen, die im Feuer sind, werden die Hüter der Hölle bitten: "Ruft eueren Herrn an, damit Er uns von der Pein (wenigstens für) einen Tag Erleichterung schafft!" Sie werden antworten: "Kamen denn euere Gesandten nicht mit deutlichen Zeichen zu euch?" Sie werden sagen: "Jawohl" Sie werden hinzufügen: "So bittet weiter!" Aber die Bitte der Ungläubigen bleibt ohne Echo. (Sure 40:49-50 - Ghafir)

Es ist offensichtlich, dass Erklärungen und Ermahnungen im diesseitigen Leben diesen Menschen, welche sogar im Feuer der Hölle ablehnen, zu ihrem Herrn zu beten, und fortfahren zu prahlen, keinen Nutzen bringen werden. Egal wie viele Beispiele ihnen gegeben werden, egal wie viele Beweise ihnen gezeigt werden, sie verstehen überhaupt nichts. Allah gibt in einem Vers folgendermaßen an, dass einige Menschen nie glauben werden:

Und bei Allah haben sie den feierlichsten Eid geschworen: "Wenn nur ein Wunder zu ihnen käme, wahrlich, dann würden sie daran glauben." Sprich: "Über Wunder verfügt nur Allah!" Doch was macht euch (so) sicher, dass sie daran glauben, wenn sie kämen? (Sure 6:109 - al-An'am)

Aus diesem Grund sollten wir nicht überrascht sein, wenn einige Menschen ablehnen, die Wahrheit anzunehmen, die wir hier behandelt haben, egal wie klar und offensichtlich sie ist. Ihre Hartnäckigkeit angesichts dieser Wahrheiten ist wirklich eines der Zeichen von Allah.