ANTWORTEN AUF EINWÄNDE BEZÜGLICH DER WIRKLICHKEIT
DER MATERIE
Obwohl die Wirklichkeit der Materie ganz klar und begreiflich
ist, versuchen einige Menschen aus unterschiedlichen Gründen zu
vermeiden, diese Wirklichkeit anzunehmen und sie zu verstehen.
Viele Menschen, die darüber gelesen haben, haben ihre außerordentliche
Aufregung ausgedrückt, die sie erlebt haben, als sie das "Geheimnis,
das hinter der Materie steckt", gelernt haben, und wie diese Wirklichkeit
ihr Leben und ihre Gedanken geändert hat. Viele Menschen versuchen,
dieses Thema noch sorgfältiger zu verstehen, indem sie detaillierte
Fragen stellen, um es noch besser begreifen zu können. Sie können
die Kommentare einiger dieser Menschen im Kapitel "Jene, die die
Wirklichkeit der Materie erkennen, fühlen eine große Aufregung"
lesen.
Bestimmte Kreise verweigern störrisch diese außerordentliche
Wahrheit, indem sie verschiedene Einwände vorbringen. Aber es
ist wissenschaftlich nicht möglich, die Tatsachen zurückzuweisen.
Jedermann, der diese Tatsachen ablehnt, muss wissenschaftlich
beweisen, dass die Bilder oder Töne nicht innerhalb seines Gehirns
gebildet werden. Keiner der Einwände, die von Wissenschaftlern,
Professoren der Neurologie, Gehirnexperten, Psychologen und Biologen
vorgebracht werden, streitet ab, dass unsere Wahrnehmungen innerhalb
unseres Gehirns gebildet werden, weil dies eine wissenschaftlich
nachgewiesene Tatsache ist.
Trotzdem versuchen einige Menschen, diese Wirklichkeit zu verheimlichen,
indem sie Wortspiele spielen oder eine schwer verständliche wissenschaftliche
Rethorik benutzen. Sie versuchen, die offensichtliche Wahrheit
zu ignorieren, die als Folge eines Satzes ausgedrückt wird, der
mit den Worten beginnt, "Wenn die Bilder in unserem Gehirn entstehen,..."
Eines der offensichtlichsten Beispiele dafür sind die Antworten,
die von Wissenschaftlern gegeben werden, denen die Frage gestellt
wird, ob "Bilder im Gehirn entstehen".
Einer dieser Wissenschaftler beantwortet die Frage folgendermaßen:
"Nein. Die Bilder entstehen nicht im Gehirn. Die das Gehirn erreichenden
Impulse bilden die Repräsentation einer visuellen Erfahrung."
Lassen Sie uns jetzt die Methode überprüfen, die dieser Wissenschaftler
anwendet, um die Wahrheit zu ignorieren. Dieser Wissenschaftler
gibt auf die Frage, ob "die Bilder im Gehirn entstehen oder nicht",
zuerst die Antwort "Nein". Dann sagt er, dass aus den Impulsen
ein repräsentatives Bild dessen entsteht, was wir gerade anschauen.
Tatsächlich bejaht er also die ihm gestellte Frage. Selbstverständlich
ist das Bild, das im Gehirn gebildet wird, eine "repräsentative
Darstellung". Das heißt; innerhalb des Gehirns gibt es niemals
den wirklichen Tisch, die wirkliche Sonne oder den wirklichen
Himmel. Im Gehirn entsteht eine "repräsentative Darstellung" oder
mit anderen Worten eine Kopie. Wenn wir sagen "Wir sehen die Welt",
nehmen wir in der Tat diese "dargestellte Welt", "die kopierte
Welt" oder "eingebildete Welt" wahr. Diese Ausdrücke sind alle
synonym. Dieser Wissenschaftler beantwortet die Frage "Ist das,
was wir in unserem Gehirn sehen, eine Darstellung der Welt?" folgendermaßen:
"Ganz bestimmt nicht. Was wir in unserem Gehirn sehen, ist eine
kopierte Welt." Das heißt, zuerst weist er die gestellte Frage
vollkommen zurück, aber dann bestätigt er mit einer unterschiedlichen
Darlegung und mit komplizierten Sätzen, dass wir tatsächlich in
unserem Gehirn sehen. Dieses ist eine unehrliche Methode, die
einige irritierte Wissenschaftler anwenden, weil sie wissen, dass
die Materie verloren gehen wird, die sie als die einzige absolute
Existenz ansehen, wenn sie diese Tatsache anerkennen.
Einige können die Tatsache nicht verweigern, dass die Bilder
in unserem Gehirn entstehen, trotzdem geben sie eine verworrene
Antwort, indem sie sagen "Das Gehirn verarbeitet nur die Reize
und ordnet die Neuroaktivitäten, auf diese Weise sehen Sie die
Bilder und hören Sie die Töne", um die Zustimmung zu umgehen dass
"sie die ganze Welt innerhalb ihres Gehirns sehen". Das Hauptthema
jedoch ist, wo die Bilder entstehen, nachdem das Gehirn alle Reize
verarbeitet hat. Die Antwort dieses Wissenschaftlers ist nicht
die Antwort auf diese Frage, sondern eine kurze Erklärung der
Phase vor der Entstehung des Bildes. Das Gehirn verarbeitet die
ankommenden Reize, aber es übermittelt sie nicht wieder zurück
zum Auge oder zum Ohr. Folglich ist es nicht das Auge und Ohr,
was sieht und hört. Was macht also das Gehirn, nachdem es die
es eingehenden Reize verarbeitet hat? Wo bleiben die verarbeiteten
Daten, wo wandeln sich diese Daten in Bilder oder Töne um? Wer
ist es, der diese Daten als ein Bild sieht und als einen Ton hört?
Anstatt diese Fragen zu beantworten, geben einige Wissenschaftler
verworrene Antworten, um zu vermeiden, diese Tatsache einzugestehen.
Eigentlich ist es ein großes Wunder, dass eine solche offensichtliche
Wirklichkeit diskutiert wird.
Aber all diese Methoden, die angewendet werden, um sich gegen
diese Tatsache zu erheben und sie zu umgehen, stehen auf ganz
schwachen Füssen und sind ungültig. Bis jemand mit wissenschaftlichen
Tatsachen kommt, um zu widerlegen, dass alle unsere Wahrnehmungen
innerhalb unseres Gehirns gebildet werden, ist es absolut wertlos,
was er sagt. Es ist eine Tatsache, dass die Bilder und alle unsere
Sinne sich in unserem Gehirn bilden. Obwohl jemand diese offensichtliche
Wirklichkeit begreift, kann er ruhig verweigern, dass es Allah
ist, Der diese Bilder entstehen lässt. Er kann sagen, "An dieses
Thema zu denken, bereitet mir Missvergnügen" oder "Ich fühle mich
bedrückt, wenn ich denke, dass ich das Original der Materie nie
sehen kann" oder "Mein Leben hat keine Bedeutung mehr". Die Tatsache
kann diese Person deprimieren, dass nur Allah existiert und außer
Allah nichts existiert. Aber sie kann nicht sagen, dass sie alles
mit ihren Augen sieht und dass die Originale dessen, was sie sieht,
irgendwo außerhalb von ihr existieren. Denn sie hat keinen wissenschaftlichen
Beweis für ihre Behauptungen. Sogar die begeistertesten Materialisten
geben zu, dass sie die Bilder innerhalb des Gehirns sehen.
Dieses Kapitel ist hauptsächlich den Antworten auf die Einwände
derer gewidmet, die diese Tatsache nicht annehmen wollen. Wenn
Sie die Einwände unten und ihre Antworten ganz sorgfältig und
ohne Vorurteile lesen, werden Sie sehen, dass die Antworten auf
diese Fragen ganz offensichtlich sind.
Einwand: "Wenn Sie einen Bus sehen, der auf Sie zukommt, rennen
Sie schnell davon, um nicht überfahren zu werden. Das bedeutet,
dass der Bus existiert. Warum rennen sie davon, wenn Sie diesen
Bus in Ihrem Gehirn sehen?"
Einige Menschen nehmen an, dass
das Gefühl des kalten Metalls in ihrem Gehirn entsteht,
wenn sie den Bus berühren. Aber sie glauben nicht, dass
auch das Gefühl des Schmerzes im Gehirn gebildet wird, wenn
sie von einem Bus überfahren werden. Jedoch wird der Mensch
die gleichen Schmerzen empfinden, wenn er im Traum sieht,
dass er vom Bus überfahren wird.
Antwort: Was diejenigen, die diese
und ähnliche Fragen stellen, nicht verstehen können und warum
sie sich irren, ist, dass sie glauben, dass der Begriff der "Wahrnehmung"
nur auf den Sehsinn zutrifft. Aber nicht nur der Sehsinn, sondern
alle Gefühle wie Berühren, Stoßen, Schlag, Härte, Schmerz, Hitze,
Kälte, Feuchtigkeit sind Wahrnehmungen, welche im Gehirn des Menschen
entstehen. Jemand, der das kalte Metall der Tür des Busses berührt,
um in den Bus einzusteigen, nimmt tatsächlich dieses "Gefühl des
kalten Metalls" in seinem Gehirn war. Dies ist eine klare und
weithin bekannte Wahrheit. Der Tastsinn ist ein Gefühl, das die
Nervenimpulse, die von den Fingerspitzen kommen, an einem bestimmten
Punkt des Gehirns des Menschen bilden. Es sind nicht unsere Finger,
die fühlen. Die Menschen nehmen diese Tatsache hin, weil sie auch
wissenschaftlich bewiesen worden ist. Wenn es sich jedoch nicht
um das kalte Metall der Bustür, sondern um den Bus handelt, der
jemanden überfährt, das heißt; wenn dieser Tastsinn noch stärker
und schmerzhaft wird, dann glauben sie, dass diese Tatsache nicht
für einen solchen Fall gilt. Jedoch werden die Schmerzen oder
die schweren Schläge auch im Gehirn wahrgenommen. Jemand, der
vom Bus überfahren ist, empfindet die Stärke des Stoßes und die
Schmerzen im Gehirn.
Even if someone is attacked by a dog, that does not
change the fact that he sees it all in his brain. A
person could see the same incident with the same clarity
in a dream, and experience the same excitement and fear.
Um dies besser zu verstehen, wird es nützlich sein, an unsere
Träume zu denken. Ein Mensch kann in seinem Traum sehen, dass
er von einem Bus überfahren wurde, dass er seine Augen dann in
einem Krankenhaus aufschlägt, dass er operiert wurde, die Gespräche
der Ärzte, die Beunruhigung seiner Familie, dass er einen dauernden
Körperschaden davongetragen hat oder dass es ihm sehr weh tat.
In seinem Traum nimmt er die Bilder und Töne aller dieser Ereignisse,
die Schmerzen, das Licht, die Farben im Krankenhaus, alle anderen
möglichen Gefühle sehr klar und deutlich wahr. All diese Gefühle
sind so natürlich und glaubwürdig wie die Gefühle im wirklichen
Leben. Wenn in diesem Moment jemand ihm im Traum sagen würde,
dass er nur träumt und alles, was er sieht, nur eine Illusion
ist, würde er ihm nicht glauben. Jedoch ist alles, was er gesehen
hat, nur eine Illusion und weder der Bus noch das Krankenhaus
und noch sein Körper, den er in seinem Traum besitzt, haben materielle
Gegenstücke in der äußeren Welt. Obgleich der Körper und der Bus,
die er in seinem Traum gesehen hat, keine materiellen Gegenstücke
haben, kann er so empfinden, als ob "sein wirklicher Körper" von
einem "wirklichen Bus" überfahren wurde.
Gleicherweise haben die Einwände der Materialisten wie "Du verstehst,
dass die Materie tatsächlich existiert, wenn jemand dir eine Ohrfeige
gibt", "Du wirst keinen Zweifel an der Existenz der Materie haben,
wenn jemand dein Knie tritt", "Du läufst weg, wenn du einen wilden
Hund siehst", "Wenn ein Bus dich überfährt, verstehst du, ob es
in deinem Gehirn ist oder nicht" oder "Da nun einmal alles aus
Wahrnehmungen besteht, dann stell dich mitten auf eine Autobahn,
ohne vor den Autos wegzulaufen." keine Bedeutung und keine Gültigkeit.
Ein heftiger Schlag, die Zähne eines Hundes oder eine heftige
Ohrfeige sind keine Beweise, dass Sie mit tatsächlicher Materie
konfrontiert sind. Denn Sie können die gleichen Gefühle auch in
Ihren Träumen empfinden, ohne dass diese materielle Gegenstücke
haben. Außerdem ändert die Heftigkeit einer Empfindung nicht die
Tatsache, dass die Empfindung im Gehirn auftritt. Dies ist eine
offensichtliche Wirklichkeit, die auch wissenschaftlich nachgewiesen
worden ist.
Der Grund, warum einige Menschen einen Bus, der auf der Autobahn
schnell fährt oder einen Unfall, der durch diesen Bus verursacht
wird, als einen beachtlichen Beweis ansehen, dass sie mit der
physikalischen Existenz der Materie konfrontiert sind, ist, dass
das Bild so realistisch empfunden wird, dass es die Menschen täuschen
kann. Die Bilder um sie herum, zum Beispiel die vollkommene Perspektive
und die Tiefe der Autobahn, die Farben, Formen und Schatten, die
sie enthalten, die Lebhaftigkeit der Töne, des Geruchs und der
Härte, und die Vollständigkeit der Logik innerhalb dieses Bildes
kann Menschen täuschen. Wegen dieser Lebhaftigkeit vergessen einige
Menschen, dass dies tatsächlich nur Wahrnehmungen sind. Aber ganz
gleich wie komplett und fehlerlos die Wahrnehmungen im Verstand
sein können, ändert das nicht die Tatsache, dass es schlicht Wahrnehmungen
sind. Wenn jemand durch ein Auto angefahren wird, während er eine
Straße entlang spaziert, oder wenn er unter einem Haus eingeschlossen
wird, das während eines Erdbebens einstürzt oder in einem Brand
von Flammen umgegeben ist oder die Treppe hinunter fällt, erlebt
er all diese Ereignisse in seinem Gehirn und ist nicht mit der
Realität davon konfrontiert, was geschieht.
Wenn jemand vor einen Bus auf die Autobahn springt, fährt der
Bus in seinem Gehirn den Körper in seinem Gehirn an. Die Tatsache,
dass er infolgedessen stirbt oder dass sein Körper vollständig
zerbrochen wird, ändert diese Wirklichkeit nicht. Wenn etwas,
was ein Mensch in seinem Gehirn erlebt, mit seinem Tod endet,
ersetzt Allah die Bilder, die Er diesem Menschen zeigt, durch
die Bilder, welche zum Jenseits gehören. Die, die nicht imstande
sind, diese Wahrheit nach gründlichem Nachdenken zu verstehen,
werden sie zweifellos sofort begreifen, wenn sie sterben.
Einwand: "Es ist richtig, dass ich alle Gegenstände
in meinem Gehirn sehe, aber ich sehe Gegenstände, die tatsächlich
draußen existieren."
Antwort: Es ist eine Tatsache, welche
die Wissenschaft endgültig bewiesen hat, dass wir die ganze Welt
in unserem Gehirn wahrnehmen. Kein richtig denkender Mensch kann
etwas Gegenteiliges sagen. Jedoch ist der entscheidende Punkt,
den die Menschen nicht begreifen, folgender: "Wenn wir alle Gegenstände
in unserem Gehirn wahrnehmen, wie können wir dann sicher sein,
dass diese Gegenstände außerhalb unseres Gehirns existieren?"
Dieser Zweifel ist richtig: Wir können nie sicher sein, ob materielle
Gegenstücke der Objekte die wir in unserem Gehirn wahrnehmen,
existieren oder nicht. Denn wir können nie aus unserem Gehirn
hinausgehen und folglich nie sehen, was es draußen gibt. Aus diesem
Grund ist es nicht möglich, zu behaupten, dass die Bilder im Gehirn
in der äußeren Welt materielle Gegenstücke haben. Niemand, weder
eine Person, die diesen Anspruch vorbringt, ein Neurologe oder
ein Gehirnchirurg, noch ein Philosoph oder irgendein anderer Mensch
könnte aus seinem eigenen Gehirn herausgehen, um zu sehen, was
dort außerhalb des Gehirns ist.
Wenn die Nerven, die zum Gehirn
führen, durchgeschnitten würden, bildet sich kein Bild.
In diesem Fall hat der Satz "Die Originale der Bilder existieren
draußen" keine Bedeutung, weil wir diese Originale nie sehen
können, selbst wenn sie auch existierten.
Alles, was ein Mensch über sein Leben weiß, wird durch das Gehirn
mittels der elektrischen Impulse wahrgenommen, die es erreichen.
Das heißt, wir leben immer in einer Welt, die innerhalb unseres
eigenen Gehirns existiert. Die Vögel, die wir sehen, wenn wir
den Himmel betrachten, das Auto, das am anderen Ende der Straße
aus dem Blickfeld verschwindet, die Dinge in unserem Zimmer, das
Buch in unserer Hand, unsere Freunde, Verwandten, alles sind nur
Bilder, die unser Gehirn erreichen. Niemand kann aus diesem Leben
innerhalb des Gehirns hinausgehen. Weder Wissenschaft noch Technologie
konnten das Gegenteil dieser Tatsache beweisen. Denn was auch
immer ein Wissenschaftler erfindet, er erfindet es innerhalb dieses
Bildes in seinem Gehirn. Aus diesem Grund wird "das Gerät, das
er erfunden hat, um die Außenwelt zu sehen", innerhalb seines
Gehirns bleiben.
Obwohl diese Wahrheit ganz offensichtlich ist, behaupten einige
Menschen noch, dass die Bilder, die sie sehen, in der äußeren
Welt materielle Gegenstücke haben. Sie glauben an etwas, genannt
"Materie", dessen Original bis heute niemand gesehen hat. Jedoch
ist die Materie nichts anderes als ein Name, welchen die Menschen
den Illusionen geben, die sie sehen. Es ist für niemanden möglich,
zu wissen, wie die Materie tatsächlich aussieht, weil mit dem
Original der Materie niemand konfrontiert sein kann. Seit dem
ersten Menschen bis heute hat es auf der Erde keinen einzigen
Menschen gegeben, der das Original eines Tons gehört, das Original
einer Aussicht gesehen oder das Original einer Rose gerochen hätte.
Außerdem sollten wir uns auch daran erinnern: Jedermann, der
behauptet, dass es außerhalb seiner Wahrnehmungen die Materie,
nämlich eine äußere Welt gibt, wird ein Auge benötigen, um diese
Welt zu sehen. Und diese äußere Welt wird durch seine Augen gehen
und dann in einen elektrischen Impuls umwandelt werden und diese
elektrochemischen Impulse werden in seinem Gehirn ein Bild hervorrufen.
Infolgedessen wird diese Person ebenfalls die Welt innerhalb seines
Gehirns sehen. Wenn die Nerven, die zum Gehirn dieser Person gehen,
durchgeschnitten würden, würde auch das Bild der Außenwelt plötzlich
verschwinden. Es ist schwer zu verstehen, warum die Menschen auf
diesem Thema so beharren, weil sie niemals und in keinem Fall
die tatsächliche Materie sehen können. Selbst wenn ihr Original
existierte, es würde doch niemandem einen Nutzen bringen.
Einwand: "Die Materie existiert außerhalb meines
Gehirns. Der Schmerz, den ich empfinde, wenn mir ein Messer aus
der Hand rutscht und ich mich schneide, das Blut, das aus dieser
Wunde fließt, ist kein Bild. Mein Freund war dabei und hat gesehen,
was passiert ist."
Der Schmerz und die Feuchtigkeit
des gerinnenden Blutes, wenn jemand sich in die Hand geschnitten
hat, entstehen im Gehirn. Der gleiche Mensch könnte auch
nur träumen, dass er sich in die Hand schneidet und er könnte
in seinem Traum dieselben Empfindungen erleben. Jedoch sieht
er in seinem Traum nur eine Illusion, und es gibt weder
ein tatsächliches Messer noch eine blutende Wunde. Das Gefühl
der Schmerzen ändert die Tatsache nicht, dass wir unser
ganzes Leben als Bilder innerhalb unseres Gehirns sehen.
Antwort: Dies haben wir eigentlich
in den Antworten auf die vorhergehenden Einwände detailliert besprochen.
Aber wegen der Wichtigkeit des Themas ist es nützlich, es noch
einmal zu wiederholen.
Die Täuschung derjenigen, die diesen Einwand vorbringen, ist,
dass sie nicht beachten, dass außer den Bildern auch alle anderen
Sinnesempfindungen wie Geräusch, Geruch, Berührung im Gehirn entstehen.
Aus diesem Grund sagen sie folgendes: "Ich sehe das Messer in
meinem Gehirn, aber die Schärfe des Messers ist real, schau, wie
ich mir in die Hand geschnitten habe." Jedoch bilden sich der
Schmerz in der Hand, das Gefühl der Wärme und die Feuchtigkeit
des fließenden Blutes und alle anderen Wahrnehmungen ebenfalls
innerhalb des Gehirns. Dass der Freund dieses Ereignis bezeugen
kann, ändert diese Tatsache nicht, weil auch der Freund im Sehzentrum
des Gehirns gebildet wird, in dem auch das Bild des Messers entsteht.
Dieser Mensch könnte die gleichen Gefühle, auch in seinem Traum
erleben. Er kann in diesem Traum auch seinen Freund sehen, der
dabei war, als er sich in die Hand geschnitten hat. Das beweist
jedoch nicht, dass alles, was er in seinem Traum sieht, materielle
Gegenstücke hat.
Selbst wenn im Traum jemand zu ihm kommt, gerade als er sich
in die Hand schneidet, und sagt: "Was du jetzt siehst, ist nur
eine Wahrnehmung, dieses Messer ist nicht real, das fließende
Blut und die Schmerzen, die du empfindest, sind auch nicht real,
alle diese Ereignisse kommen in deinem Gehirn vor", wird dieser
Mensch ihm nicht glauben und weiter Einwände erheben. Er könnte
sogar sagen: "Ich bin Materialist. Ich glaube nicht an solche
Theorien. Alles, was ich sehe, hat eine materielle Wirklichkeit.
Schau, siehst du nicht das Blut?"
Die, die beharren, dass die Materie in der Außenwelt physikalisch
existiert, sind wie die Person, die wir im obigen Beispiel betrachtet
haben. Sie leben in einer Welt der Wahrnehmungen, in der ihnen
gesagt wird "All dies sind nur Wahrnehmungen, und du kannst die
Originale dieser Wahrnehmungen nie erreichen, du kannst nie wissen,
ob ihre Originale existieren oder nicht", aber sie widersetzen
sich hartnäckig dieser Tatsache.
Wir sollten nicht vergessen, dass niemand, der sich in die Hand
schneidet, sich hinsetzt, indem er sagt "Das ist nur ein Bild",.und
dann nichts dagegen unternimmt. Denn Allah hat innerhalb dieser
Bilder einige Effekte erschaffen, von denen die Menschen abhängig
zu sein scheinen. Beispielsweise verwendet jemand, der sich in
die Hand geschnitten hat, die erforderliche Medizin, bandagiert
dies Wunde und geht zum Arzt. Jedoch geschehen alle diese Prozesse
wieder als Bilder im Gehirn. Der Verband und die Arznei, die er
verwendet, sind Bilder, die innerhalb des Gehirns entstehen.
Einwand: "Ist es vereinbar mit Islam, zu sagen,
dass die Materie eine Illusion ist, die wir in unserem Gehirn
wahrnehmen?"
Antwort: Einige Muslime bringen
vor, dass die Tatsache, dass die Materie eine Illusion ist, mit
dem Islam nicht vereinbar sei und behaupten, dass in der Vergangenheit
die frommen Gelehrten diese Tatsache nicht akzeptiert haben. Das
ist jedoch nicht richtig. Im Gegenteil, alles, was wir hier erklären,
stimmt mit den Versen des Quran vollständig überein. Viele Verse,
die andeuten, dass die Materie eine Illusion ist, sind überaus
wichtig, die Themen wie das Paradies und Hölle, die Zeitlosigkeit,
die Unendlichkeit, die Auferstehung und das Jenseits definitiv
verstehen zu können, die im Quran mitgeteilt werden.
Sicherlich kann eine Person den wahren Glauben erleben, selbst
wenn er von diesem Thema nichts weiß. Er kann an alles, was Allah
im Quran erklärt hat, von ganzem Herzen und ohne Zweifel glauben.
Wir müssen jedoch klar machen, dass das Begreifen dieses Themas
solch einer Person ermöglicht, sie in ihrem Glauben und ihrer
völligen Hingabe zu bestärken. Viele islamische Gelehrte haben
in der Vergangenheit dieses Thema von diesem gleichen Gesichtspunkt
betrachtet. Da zu ihrer Zeit die Wissenschaft diese Tatsache noch
nicht aufgedeckt hatte und es unterschiedliche Ideologien gab,
die dieses Thema falsch interpretierten, wurde verhindert, dass
ihre Erklärungen sich verbreiteten und weiten Kreisen bewusst
werden konnten.
Der wichtigste islamische Gelehrte, der als der größte Reformer
des 10. Jahrhunderts (entsprechend dem muslimischen Kalender)
angesehen wird und in der islamischen Welt seit Hunderten von
Jahren weithin respektiert wird, ist Imam Rabbani. Imam Rabbani
erläutert in seinen Maktubat (Briefe), dass das materielle Universum
"Illusion und Vorstellung (Wahrnehmung)" ist, und dass Allah das
einzige absolute Wesen ist.
... die Substanz der Wesen, die Er (Allah)
erschuf, ist reines "Nichts" ... Er hat alles in der Sphäre der
Sinnesempfindung und Vorstellung erschaffen ... die Existenz des
Universums ist innerhalb der Sphäre der Sinnesempfindung und Vorstellung
und ist nicht materiell. Die einzige Realität außerhalb (dieser
Sphäre) ist das Göttliche Wesen - Allah.47
Imam Rabbani erklärt ausdrücklich, dass alle Bildgestalten, die
dem Menschen vorgestellt werden, nichts als eine Illusion sind,
und dass sie außerhalb seiner Vorstellung keine originalen Gegenstücke
haben. Außer dieser Welt in der Sphäre der Sinneswahrnehmungen
gibt es nur Allahs Existenz. Tatsächlich ist der Begriff "Außenwelt"
hypothetisch; denn eine Wahrnehmung hat keinen Körper und kein
Volumen. Imam Rabbani erklärt folgendermaßen, dass Materie keine
Existenz in der "Außenwelt" hat:
In der Außenwelt existiert nichts ausser Gott...
Gottes gesamte Schöpfung hat ihre Beständigkeit vielleicht nur
in der Sphäre der Wahrnehmung... Wenn Materie konkret
auftaucht, dann wiederum nur auf der Ebene der Wahrnehmung. Dank
Gottes' überragender Kunstfertigkeit gewinnt sie ihre Beständigkeit
nur auf dieser einen Ebene. Sie existiert nicht auf einem
Niveau und taucht auf einem anderen Niveau auf... Keine Spur von
ihr ist in der Außenwelt zu sehen...48
Wie wir Imam Rabbanis Erklärungen entnehmen können, können
wir nie wissen, ob die Bilder, die wir wahrnehmen, außerhalb uns
materielle Gegenstücke haben oder nicht. Wir sehen nur
das Bild, das uns in unserem Gehirn gezeigt wird. Es ist Allah,
der Herr aller Welten, Der dieses Bild mit allen Einzelheiten
erschafft und es uns betrachten lässt.
Ein anderer großer islamische Gelehrte ist Muhyiddin
Ibn al-'Arabi, der dargelegt hat, dass die einzige absolute
Existenz Allah ist und dass Allah das ganze Universum in der Sphäre
der Sinnesempfindungen erschaffen hat. Der wegen der Tiefe seines
Wissens als "Scheich ül Akbar" (der größte Scheich - Shaikh-i
Akbar) bekannte Muhyiddin Ibn al-'Arabi hat in seinem Buch "Facetten
der Weisheit" (Fusus al-Hikam) erklärt, dass
das Universum ein Schattengebilde ist, das aus den Manifestationen
Allahs besteht:
Ich betone, wisse, dass außer Allah, alles,
was im Universum existiert, in der gleichen Beziehung zu Gott
steht, wie ein Schatten zum Menschen. Auf diese Weise ist alles
außer Gott nichts weiter als Sein Schatten… zweifellos
existiert der Schatten nur in der Wahrnehmung. 49
Muhyiddin Ibn al-'Arabi bietet eine klare Antwort für diejenigen
an, die sich selbst als von Allah unabhängig sehen und die glauben,
dass sie eine absolute Existenz sind:
Wie ich euch erklärt habe, ist die Welt nur
ein Gedanke, eine Idee, ein Konzept; sie hat selbst keine wirkliche
Existenz. Ihr habt gedacht, dass die Welt etwas ist, das in sich
selbst besteht: Dass ihre Existenz auf ihr selbst beruht, und
dass sie unabhängig von Allah existiert. Doch, das ist nicht der
Fall. Seht ihr nicht, dass der Schatten von seinem Besitzer ausgeht,
und da er mit ihm verbunden ist, ist es ihm ersichtlicher Weise
unmöglich von seinem Besitzer getrennt zu sein… wisset daher,
dass ihr nichts als ein Traum seid. Alles, was ihr wahrnehmt
und all das, von dem ihr sagt: "Es ist getrennt von Gott" oder
"Es ist nicht ich" ist ebenso nichts als ein Traum. Alles, was
existiert, besteht innerhalb eines Traums. Allah ist die einzige,
im Sinne dieses Wortes wahre Existenz.50
Wie Muhyiddin Ibn al-'Arabi's Worte uns zeigen, ist der Mensch
ein Wesen, in das Allah Seinen Geist eingehaucht hat und das eine
Manifestation von Allah ist. Die einzige absolute Existenz ist
Allah. Der Mensch aber ist eine Illusion.
Neben diesen zwei prominenten Denkern des Islam drückt Maulana
Dschelaleddin Rumi (Mevlana) dieselbe Tatsache aus, die er mit
Hilfe seines Verstands aus den Hinweisen im Quran entdeckte: "Alles,
was im Kosmos vorhanden ist, sind Sinneswahrnehmungen und Illusionen,
die entweder wie Reflexionen in einem Spiegel, oder wie Schatten
sind."
Wie wir gesehen haben, haben prominente Denker des Islam diese
Wahrheit tadellos klargestellt, und aus diesem Grund ist es nicht
glaubwürdig, zu behaupten, dass diese Tatsache zum Quran und zur
Sunnah im Widerspruch steht oder vorzubringen, dass die islamischen
Denker diese Wirklichkeit nicht erkannt und akzeptiert haben.
Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass es eine wissenschaftlich
nachgewiesene Tatsache ist, die niemand abstreiten kann, dass
wir alle Bilder in unserem Gehirn sehen. Es ist ganz normal, dass
einige islamische Denker sich mit dieser Tatsache nicht befasst
haben, weil zu ihrer Zeit diese Tatsache noch nicht bekannt war.
Weiterhin ist die Tatsache, dass Materie eine Illusion ist, durch
bestimmte Kreise, die versucht haben, die Regeln und die Gesetze
der Religion auf diese Art zu beseitigen, in einer völlig abwegigen
Methode beschrieben worden. Wegen dieser pervertierten, unehrlichen
Ansichten haben einige islamischen Denker die Muslime vor solchen
Gefahren gewarnt. Dies sollte nicht mit den obigen Kommentaren
verglichen werden.
Tatsächlich erwähnt Imam Rabbani jene Philosophen, die von der
Wahrheit abweichen, wenn sie Kommentare über die wahre Natur der
Materie ablegen. Er betont, dass das was er sagt, sich von ihren
abstrusen Ansichten sehr unterscheidet. Er sagt folgendes in seinen
Maktubat (Briefe):
Wenn ich die Welt als "imaginär" bezeichne,
meine ich damit nicht, dass sie ein Gebilde der Vorstellung ist…
Was es tatsächlich bedeutet, ist natürlich, dass Allah
die Welt auf der Daseinsebene der Wahrnehmung erschaffen hat…
Ein imaginäres Ding hat weder eine konkrete Erscheinung
noch einen Körper… Dies kann mit einem Kreis verglichen werden,
der scheinbar durch die schnelle kreisförmige Bewegung eines Punkts
entsteht. Auch er ist eine Erscheinung, hat jedoch keinen Körper…
Die Philosophen auf der anderen Seite, bei denen es sich um eine
Gruppe von Geistesgestörten handelt, reden tatsächlich
über etwas anderes. Was sie meinen ist, dass die Welt
ein Werk der Vorstellung ist, und von ihr geformt wurde. Das sind
zwei sehr verschiedene Sinne. 51
Wie Imam Rabbani klar gemacht hat, sagten die Sophisten im alten
Griechenland, dass "...die Materie eine Wahrnehmung ist, die wir
uns selbst erschaffen haben." Diese Ansicht ist rational und wissenschaftlich
ganz sinnlos und weicht von der wahren Religion ab. Wie wir von
Anfang an betont haben, ist es die Wahrheit, dass die Materie
eine Wahrnehmung ist, die von Allah erschaffen wird.
Es ist ein ernster Fehler, diese falsche Ansicht solcher Philosophen
mit den Erklärungen der islamischen Denker zu verwechseln, dass
die Materie eine Wahrnehmung ist, die von Allah erschaffen wird.
Einwand: "Wie können wir bestimmte Eigenschaften
Allahs erklären, wenn alles eine Illusion ist?"
Antwort: Einige Gläubige denken,
dass wenn wir die wahre Natur der Materie akzeptieren, einige
Manifestationen Allahs nicht erklärt werden können. Dies ist wieder
ein Fehler, der davon kommt, über diese Erklärungen nicht sorgfältig
nachzudenken und das Wesentliche dieses Themas nicht zu begreifen.
Zu allererst kann keine Kraft und keine Idee die Manifestationen
Allahs verdecken. Keine wissenschaftliche Wirklichkeit kann die
Manifestationen Allahs verhindern. Es ist Allah, Der die wissenschaftlichen
Tatsachen erschaffen hat. Allah ist unabhängig von den Geschöpfen
und Gesetzten, die Er Selbst erschaffen hat. Aus diesem Grund
kann keine Kraft und kann kein Wissen der Welt diese Manifestationen
Allahs beseitigen. Solches zu denken bedeutet, dass man Allahs
unendliche Macht nicht einschätzen kann.
Außerdem ist die Tatsache, dass die Materie eine Ansammlung von
Wahrnehmungen ist, die in unserem Gehirn entstehen, im Gegensatz
zu den Vermutungen dieser Menschen ein wichtiger Beweis dafür,
dass die Manifestationen von Allah immer, ständig und überall
stattfinden. Da dieses Bild, das sich in der Sphäre der Sinneswahrnehmungen
und Illusionen bildet, - genau wie ein Film - nicht aus sich selbst
entstehen kann, und da es eine Existenz geben muss, die uns diese
Bilder zeigt, bedeutet dies, dass es einen Schöpfer gibt.
Die Tatsache, dass diese Bilder permanent und ununterbrochen
erscheinen, ist ein klarer Beweis dafür, dass unser Schöpfer seine
Schöpfung ständig fortsetzt. Tatsächlich teilt ein Vers mit, dass
Erde und der Himmel, also das Universum, nicht unveränderlich
und gleich bleibend sind, sondern dass sie nur aufgrund Allahs
Schöpfung existieren und dass sie aufhören werden zu existieren,
wenn diese Schöpfung aufhört:
Siehe, Allah stützt die Himmelskörper und die
Erde, damit sie nicht untergehen. Und wenn sie zu sinken begännen,
so könnte niemand sie an Seiner Stelle halten. Er ist fürwahr
nachsichtig und verzeihend. (Sure 35:41 - al-Fatir)
Im Quran deckt Allah in der Sure 27:64 - an-Naml auf, dass Er
"...die Schöpfung zu Beginn erschuf, und
sie wiedererstehen lässt". In einem anderen Vers lenkt
Er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass die Menschen in jedem
Moment erschaffen werden:
Wollen sie (ihm denn als Teilhaber gewisse Wesen)
beigesellen, die nichts erschaffen, während sie selber erschaffen
werden? (Sure 7:191 - al-A'raf)
In anderen Worten: Der Grund, warum die Bilder, die wir
sehen, ständig und ununterbrochen erscheinen, ist nicht der, dass
diese Bilder ein materielles und unveränderliches Bestehen haben,
sondern dass Allah diese Bilder in jedem Moment neu erschafft.
So kann der Mensch in jedem Moment und in jedem Wesen,
das er sieht und fühlt, die Manifestation Allahs ununterbrochener
Schöpfung erkennen.
Infolgedessen macht diese Wahrheit klar, dass die Manifestationen
der Eigenschaften Allahs im Universum sogar deutlicher gesehen
werden. Jemand, der wenn er einen Garten betritt weiß, dass die
Früchte, die Blumen und die Bäume nur eine Illusion sind, denkt
sofort an Allah, den Versorger (ar-Rassaq), Der
ihm diese Illusionen zeigt und ihm zahlreiche Segnungen und Schönheiten
darbietet. Jemand, der ein schönes Haus besitzt aber die wahre
Natur dieses Hauses weiß, also weiß, dass es nur ein Bild innerhalb
seines Gehirns ist, kann nie mit diesem Besitz prahlen. Gerade
wie der Prophet Salomo betet er zu Allah, dem Verleiher (al-Wahhab),
Der ihm die Schönheit dieses Besitzes zeigt und ihn reich macht.
Jemand, der einem Menschen Allahs Bestehen, Allahs Einzigkeit,
das Paradies, die Hölle und dass Allah die einzige absolute Existenz
ist, erklärt, sieht die Manifestation der Eigenschaften Allahs
al-Hadi (der Führer zum rechten Weg), wenn dieser Mensch beginnt,
an Allah zu glauben.
Wir sollten uns hier wieder daran erinnern, dass es eine wissenschaftliche
Tatsache ist, dass jeder Mensch die Bilder sieht, die in seinem
Gehirn entstehen, dass er die Töne dieser Bilder in seinem Gehirn
hört und dass er die Bilder innerhalb seines Gehirns berührt.
Wir können mittels unserer Wahrnehmungen nie wissen, was es außerhalb
unseres Gehirns gibt, und ob diese irgendwelche originalen Gegenstücke
haben oder nicht. Wir können jedoch sicher sein, dass es eine
Kraft gibt, die uns diese Bilder zeigt, uns diese Töne hören lässt
und diese Bilder immer innerhalb eines Verhältnisses von Ursache
und Wirkung erschafft. Diese Kraft ist Allah. Wenn Allah uns diese
Bilder nicht erschaffte, würde es für uns kein Leben in dieser
Welt geben. In jedem Moment unseres Lebens dauern Allahs Schöpfung
und ihre Manifestationen an, ohne Unterbrechung. Allah erschafft
beispielsweise für jemanden, der dieses Buch liest, die Bilder
dieses Buches, die Wörter in ihm und die Abbildungen kontinuierlich
neu.
ALLE
SCHÖNHEITEN DIESER WELT SIND DAS WERK VON ALLAHS SCHÖPFUNG Alle Schönheiten, die wir besitzen
und um uns herum sehen, sind Manifestationen des Attributs
Allahs al-Wahhab (der Verleiher und Geber).
Dies zeigt uns Allahs Schöpfung (al-Chaliq) und die Macht Seiner
Schöpfung. In diesem Moment zeigt Allah Milliarden von Menschen
auf der Erde Milliarden von unterschiedlichen Bildern. Und jedes
dieser Bildern wird ununterbrochen, in vollkommener Harmonie und
bis ins feinste Detail erschaffen. Jedem Individuum werden diese
Bilder gezeigt, ohne das es den kleinsten Fehler im Detail gibt.
An diese Tatsache zu denken wird den Menschen die unendliche Macht
Allahs vor Augen führen und ihnen zeigen, dass Er der einzige
Herrscher der Welten ist.
Imam Rabbani sagt, dass die Materie in der Sphäre der Illusionen
erschaffen worden ist, und er erklärt folgendermaßen, dass Allahs
Namen sich in der Sphäre der Sinneswahrnehmungen und Illusionen
manifestiert:
… In Seiner Herrlichkeit teilte Gott in Seiner
vollkommenen Allmacht allen Dingen eine der Erscheinungen
im Bereich des 'Nicht-Bestehenden' zu, und Er erschuf sie im Bereich
der Geistes- und Sinneswahrnehmung zu dem Zeitpunkt und
in der Weise, die Ihm gefielen… Das Fortbestehen der Welt
vollzieht sich nicht äußerlich konkret, sondern auf der Ebene
der Geistes- und Sinneswahrnehmung… Auf der äußerlich
konkreten Ebene selbst gibt es nichts von Bestand und Existenz
als das Sein und Wesen des Allmächtigen Gottes...52
Es ist unmöglich für jemanden, der diese Wahrheit begreift, wegen
seines Erfolges, Besitzes, Ruhmes oder wegen seiner Fähigkeiten
hochmütig zu sein, da er weiß, dass er in jedem Moment und überall
eine Manifestation Allahs sieht, und da er weiß, dass er ein Bild
betrachtet, das Allah ihn wahrnehmen lässt, vergisst er nie, wie
hilflos und bedürftig er gegenüber Allah ist.
Er glaubt an die Wirklichkeit, die Allah im untenerwähnten Vers
verkündigt hat als "haqq al-yaqin" (an der Stufe der sicheren
Wahrheit):
O ihr Menschen, ihr seid Allahs bedürftig, Allah
aber ist der Sich Selbst Genügende, der Preiswürdige. (Sure 35:15
- al-Fatir)
Einwand: "Dies ist eine alte Philosophie, die
in der Vergangenheit von den Idealisten vorgebracht wurde."
Antwort: Da einige Kreise sich wegen der Erklärung der wahren
Natur der Materie unbehaglich fühlen, versuchen sie die Tatsache,
dass die Materie eine Illusion ist, die wir in unserem Gehirn
wahrnehmen, als eine Philosophie zu beschreiben, die in der Vergangenheit
vorgebracht worden ist. Die wissenschaftlichen Entwicklungen jedoch
decken auf, dass dieses Thema keine Philosophie, sondern eine
wissenschaftliche Tatsache ist. Deswegen sind die Bemühungen dieser
Menschen vergebens.
Außerdem erklärt die Tatsache, dass eine Idee auch in früheren
Epochen von anderen Denkern verteidigt worden ist, diese Idee
weder für ungültig noch wertlos. Die Tatsache, dass die Materie
eine Wahrnehmung ist, wurde sowohl in der Vergangenheit als auch
in unserem Jahrhundert von einigen Menschen begriffen und ausgedrückt.
Weiterhin konnten die Ideen der Idealisten in der Vergangenheit
nicht von den Materialisten widerlegt werden, die sich ihnen widersetzten.
Deshalb haben diejenigen, die sagen, dass "...diese Idee auch
in der Vergangenheit ausgedrückt wurde", unrecht.
Die Idee, dass wir die Welt in unserem Gehirn
wahrnehmen, ist keine Philosophie:
Die wahre Natur der Materie ist nicht zum ersten Mal entdeckt
worden. Es ist richtig, dass sie in der Vergangenheit als eine
Philosophie erklärt wurde. Aber sie ist heutzutage wissenschaftlich
nachgewiesen worden.
Im Laufe der Geschichte haben viele Denker, fromme Gelehrte und
Wissenschaftler dieses Thema auf die Tagesordnung gebracht und
erklärt, dass die Materie in der Tat eine Ansammlung von Wahrnehmungen
ist. Zum Beispiel haben Philosophen im alten Griechenland wie
Pythagoras, die Eleatische Schule und Platon in seinem Höhlengleichnis
dieses Thema von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet. Es wird
auch gesehen, dass dieses Thema in den Dokumenten der Religionen
wie der Zoroastrischen, dem Buddhismus, dem Taoismus, im Judentum
und Christentum erwähnt wurde. Prominente islamische Denker wie
Imam Rabbani, Muhyiddin Ibn al-'Arabi und Maulana Dschelaleddin
Rumi haben auch das Wesentliche dieses Themas in derselben Weise
erörtert. Jedoch ist der wichtigste Mensch, dessen Ideen dazu
beachtet werden sollten, der irische Gelehrte und Philosoph Berkeley.
Berkeley sagt, dass die Materie eine Ansammlung von Wahrnehmungen
ist. Aus diesem Grund stieß er bei den Materialisten seiner Zeit,
die die Materie als absolutes Wesen ansahen, und versuchten, ihn
durch Beleidigungen und Verleumdungen zum Schweigen zu bringen
auf heftigen Widerspruch. Einer dieser Materialisten ist Bertrand
Russell. Obgleich Russell einer der Denker ist, auf den die materialistischen
Kreise am meisten vertrauen und der als der größte Verfechter
der materialistischen Anschauung angesehen wird, war er nicht
imstande, zu widerlegen, was Berkeley erklärte. In seinem Werk
"Probleme der Philosophie" beschrieb er die Situation
folgendermaßen:
...Berkeley gebührt das Verdienst gezeigt zu
haben, dass die Existenz der Materie bestritten werden kann ohne
ins Absurde abzugleiten und falls es irgendwelche Dinge gibt,
die unabhängig von uns existieren, dass diese nicht unmittelbar
Objekte unserer Empfindungen sein können. 53
Wegen des Mangels an Beweisen zu ihrer Zeit konnten weder Berkeley
noch die anderen Denker ihre Ansichten wissenschaftlich unterstützen.
Aus diesem Grund war es auch unter dem Druck der gegenteiligen
Meinungen nicht möglich, dass das Thema vollkommen verstanden
wurde und dessen Kenntnis sich weit verbreiten konnte. Einige
dieser Denker haben diese Wahrheit falsch eingeschätzt, und obwohl
sie der Wahrheit sehr nahe kamen, waren sie nicht imstande, die
korrekten Schlüsse zu ziehen. Andere versuchten arglistig, diese
Tatsache in eine völlig entartete Richtung zu ziehen.
Die wahre Natur der Materie ist eine wissenschaftliche
Tatsache:
Zu unserer Zeit jedoch ist die "Wahrnehmung der Materie im Gehirn"
keine philosophische Betrachtung mehr, sondern eine Tatsache,
die durch wissenschaftliche Beweise belegt ist. Die Fortschritte
in der Welt der Wissenschaft haben die Fähigkeiten der sensorischen
Organe des Menschen aufgedeckt. Diese Fähigkeit ist für jedes
sensorische Organ dieselbe. Die Impulse, die von der äußeren Welt
zu unseren sensorischen Organen kommen, werden durch unsere Zellen
in elektrische Impulse umgewandelt und werden durch unsere Nerven
den Wahrnehmungszentren in unserem Gehirn gesendet. So sieht,
hört, riecht, schmeckt oder berührt man die äußere Welt in den
winzigen Wahrnehmungszentren in seinem Gehirn.
All dies ist heute vollständig geklärt und kann in etlichen Büchern
über Physiologie oder in den Biologiebüchern der Schulen gefunden
werden. Wie die Bilder und Gefühle sich im Gehirn bilden, wird
heute an allen medizinischen Fakultäten ausführlich unterrichtet.
Wissenschaften wie Physik, Psychologie, Neurologie, Biologie und
Medizin haben die technischen Details dieser Wirklichkeit klargestellt.
Zum Beispiel hat der theoretische Physiker Dr. Fred Alan Wolf,
der durch seine Forschungen beträchtliche Aufmerksamkeit erregt
hat und für jedes seiner acht Bücher Preise gewonnen hat, erklärt,
dass die Quantenphysik insbesondere aufgedeckt hat, dass die Welt,
die wir sehen, tatsächlich eine Illusion ist:
...es gibt etwas jenseits des Materialismus,
jenseits der physikalischen Welt, jenseits der Wirklichkeit, die
wir kennen, jenseits aller Existenz. Dies würde auch den traditionellen
Dualismus überwältigen - und ich vertrete diese Sichtweise nicht
als Mystiker, sondern als Quantenphysiker. Entsprechend unserem
modernen Verständnis der physikalischen Welt kann eine undefinierbare
Welt eine mystische oder eine illusionäre Welt sein. Etwas ähnliches
hat (der deutsche Physiker und Pionier der Quantenphysik) Werner
Heisenberg gemeint, der den Begriff des Bewusstseins in die Physik
einführte, als er sagte, dass es der Beobachter ist, der das Beobachtete
erschafft durch den simplen Akt der Beobachtung... Ich
sehe die Wirklichkeit anders. Wirklichkeit ist für mich mehr wie
ein Traum - ich sehe eine geträumte Realität. Ich sehe einen Träumenden,
einen großen Geist, von dem wir alle ein Teil sind... und ich
denke, wenn wir dieses Modell benutzen, können wir tatsächlich
einige wissenschaftliche Durchbrüche erreichen, eher jedenfalls
als wenn wir versuchen, alles auf die einfachste Ebene zu reduzieren.
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Dieser Wissenschaftler hat die Tatsache, dass die materielle
Welt wirklich eine "Illusion" ist, im Kontext der wissenschaftlichen
Entdeckungen gesehen, und er ist nur einer der Wissenschaftler,
die diese Wirklichkeit begriffen haben. Die, die diese offensichtliche
wissenschaftliche Wahrheit zurückweisen, tun dies nicht aus wissenschaftlichen,
sondern aus ideologischen Gründen. Diese Wissenschaftler möchten
diese Tatsache nicht anerkennen, weil sie wissen, dass wenn sie
sie akzeptieren, der Materialismus vollständig widerlegt wird,
mit dem sie sich so störrisch verbunden fühlen. Tatsächlich stellt
Dr. Wolf klar, dass diese Wirklichkeit den Materialismus ausschließen
wird.
Wenn wir die wissenschaftlichen Resultate betrachten, die im
21. Jahrhundert erreicht worden sind, ist es nicht mehr glaubwürdig,
die Tatsache als eine Philosophie anzunehmen, dass die äußere
Welt im Gehirn wahrgenommen wird. Denn es ist nicht eine
philosophische Betrachtung, sondern es ist eine Tatsache, die
durch wissenschaftliche Entdeckungen bewiesen wird. Es
ist eine Wirklichkeit, in der jedermann lebt und die niemand verweigern
kann. Jeder Mensch, gläubig oder nicht, kann diese Wirklichkeit
ohne allen Vorbehalt wissen, und wenn jemand sie verweigert, so
ist diese Verweigerung bedeutungslos.
Einwand: "Ist die Wirklichkeit der Materie dasselbe
wie die Idee der Einheit des Seins (Wahdat al-Wujud)?"
Antwort: Es ist wahr, dass viele
islamische Gelehrte, die in der Vergangenheit die Idee der Einheit
des Seins erklärt haben, die Themen behandelt haben, die in diesem
Buch erwähnt wurden. Jedoch was hier behandelt wird, ist nicht
genau dasselbe wie die Idee der Einheit des Seins (Wahdat al-Wujud).
Im Laufe der Geschichte haben viele Gelehrten und Denker diese
Wirklichkeit erklärt. Einige von ihnen jedoch sind durch eine
falsche Idee irregeführt worden und haben die Geschöpfe, die Allah
erschaffen hat, als nicht existent angesehen. Zu sagen, dass die
Materie eine Illusion ist, die innerhalb unseres Gehirns gebildet
wird, bedeutet nicht, dass "keines der Wesen, die wir sehen, existiert".
Denn alle Lebewesen, Berge, Wiesen, Blumen, Menschen, Meere, alles,
was wir sehen, jedes Geschöpf, dessen Existenz Allah im Quran
beschrieben hat, ist erschaffen worden und existiert; aber jedes
Geschöpf existiert nur als ein Bild.
Egal ob wir es sehen oder nicht, alles was Allah erschaffen hat,
existiert. Jedes Wesen ist erschaffen worden, und es existiert
in Allahs Gedächtnis vom dem Moment an, in dem es erschaffen wurde,
bis zu dem Moment, wenn es stirbt. (für weitere Informationen
sehen Sie "Die Ewigkeit hat bereits begonnen (Eternity has already
begun)" von Harun Yahya).
Folglich bedeutet, dass die Materie eine Illusion in unserem
Gehirn ist, nicht, dass sie nicht existiert. Diese Tatsache gibt
uns Information über die Natur der Materie, und dies ist die Realität
dass die Materie eine Illusion ist.
Zu sagen, dass "Allah alles als
ein Bild erschaffen hat", ist nicht dasselbe wie zu sagen,
dass "diese nicht existieren." Alles, was Allah erschaffen
hat, Menschen, Gebäude, Seen, der Himmel und alles andere,
existiert tatsächlich. Jedoch existiert alles als Bilder,
und wir können sie nur in unserem Gehirn sehen.
47. Imam Rabbani, Maktubat (Briefe
von Rabbani), Bd. II, 357. Brief (Übersetzt aus dem Englischen),
S. 163
48. Imam Rabbani, Maktubat (Briefe von Rabbani), Bd. II, 470.
Brief (Übersetzt aus dem Englischen), S. 519
49. Muhyiddin Ibn Al-'Arabi, Fusus al-Hikam, S. 117-18
50. Muhyiddin Ibn Al-'Arabi, Fusus al-Hikam, S. 120-122
51. Imam Rabbani, Maktubat (Briefe von Rabbani), Bd. II, 480.
Brief (Übersetzt aus dem Englischen), S. 543, 545
52. Imam Rabbani, Maktubat (Briefe von Rabbani), Bd. II, 470.
Brief (Übersetzt aus dem Englischen), S. 517-518 53. Bertrand
Russell, The Problems of Philosophy, 1912, S. 5
54. Robert Lawrence Kuhn, Closer To Truth, Mc Graw-Hill, New York,
2000, S. 8