Die Relativität der Zeit wird auch
im Quran mitgeteilt
Die Folgerung, die wir aus den Forschungsergebnissen
der modernen Wissenschaft ziehen können, ist, dass die
Zeit kein absolutes Phänomen ist, wie die Materialisten
es annehmen, sondern eine relative Wahrnehmung. Interessant
ist, dass der Quran diese Tatsache, die erst im 20.
Jahrhundert durch die Wissenschaft entdeckt wurde, bereits
vor vierzehnhundert Jahren eröffnet hat. Der Quran gibt
mehrere Hinweise auf die Relativität der Zeit, und so
kann man die wissenschaftlich erwiesene Tatsache, dass
die Zeit eine psychologische Wahrnehmung, die von Ereignissen,
Situationen und Umständen abhängt, dort in vielen Versen
wiederfinden. Zum Beispiel wird im Quran erklärt, dass
die Zeitspanne eines ganzen Menschenlebens nur sehr
kurz ist:
Eines Tages wird Er euch rufen,
und ihr werdet Ihm mit Lobpreisung antworten und glauben,
ihr hättet nur kurze Zeit verweilt. (Sure 17:52 -
al-Isra')
Und an dem
Tage, an dem Er sie versammelt, wird es ihnen sein,
als hätten sie nur eine Stunde des Tages verweilt und
als kennten sich alle... (Sure 10:45 - Yunus)
In einigen anderen Versen wird darauf hingewiesen,
dass die Menschen die Zeit unterschiedlich wahrnehmen,
und dass sie manchmal eine sehr kurze Zeitspanne als
eine sehr lange wahrnehmen können. Das folgende Gespräch
zwischen Menschen am Jüngsten Tag ist ein gutes Beispiel
dafür:
Er wird fragen: "Wie viele Jahre
wart ihr auf Erden?" Sie werden sagen: "Wir waren wohl
einen Tag oder nur den Teil eines Tages dort. Frag die,
welche rechnen können." Er wird sprechen: "Ihr wart
nur ganz kurz da, wenn ihr es nur wüsstet." (Sure 23:112,
113, 114 - al-Mu'minun)
In einigen Versen wird angedeutet, dass die Zeit in
unterschiedlichen Situationen eine unterschiedliche
Dauer hat:
Und sie werden dich auffordern, die
Strafe zu beschleunigen. Aber Allah bricht Sein Versprechen
nie. Und siehe, ein Tag bei deinem Herrn ist wie tausend
Jahre von denen, mit denen ihr rechnet. (Sure 22:47
- al-Hadsch)
Die Engel und der Geist steigen zu
Ihm empor während eines Tages, der fünfzigtausend Jahre
dauert. (Sure 70:4 - al-Ma'aridsch)
Er lenkt alle Dinge - vom Himmel
bis zur Erde. Zu guter Letzt steigt alles zu Ihm empor
an einem Tage, dessen Maß tausend Jahre von denen sind,
die ihr zählt. (Sure 32:5 - al-Sadschda)
In diesen Versen kommt die Relativität der Zeit eindeutig
zum Ausdruck. Dass der Quran diese Tatsache, welche
die Wissenschaft erst im 20. Jahrhundert entdeckt hat,
schon vor 14 Jahrhunderten enthüllte, zeigt deutlich,
dass der Quran von Allah offenbart wurde, der Raum und
Zeit umschließt.
Die Aussagen in vielen anderen Versen des Quran weisen
darauf hin, dass die Zeit eine Wahrnehmung ist. Dies
wird speziell in den Erzählungen deutlich. Ein Beispiel
ist die Geschichte der "Genossen der Höhle". Dort wird
berichtet, dass Allah einen 300-jährigen Schlaf über
eine Gruppe von Gläubigen kommen ließ. Als sie erweckt
wurden, dachten diese Leute, dass sie in diesem Zustand
nur kurze Zeit verweilt hätten, und konnten sich nicht
vorstellen, wie lange sie geschlafen hatten.
Da verhüllten Wir ihre Ohren in der
Höhle für viele Jahre. Dann weckten Wir sie auf, um
wissen zu lassen, wer von den beiden Parteien die Zeitdauer
wissen zu lassen... (Sure 18:11-12 - al-Kahf)
Und so weckten Wir sie auf, damit
sie einander befragten. So fragte einer von ihnen: "Wie
lange seid ihr nun hier geblieben?" Sie sprachen: "Wir
blieben einen Tag oder den Teil eines Tages" (Andere)
sagten: "Euer Herr weiß am besten, wie lange ihr hier
gewesen seid..." (Sure 18:11, 12, 19 - al-Kahf)
Die im folgenden Vers geschilderte Situation ist ebenfalls
ein Hinweis darauf, dass die Zeit in Wirklichkeit eine
psychologische Wahrnehmung ist.
Oder den, welcher an einer Stadt
vorüberging, die wüst in Trümmern lag. Er sprach: "Wie
kann Allah dieser nach ihrer Zerstörung wieder Leben
verleihen?" Da ließ ihn Allah hundert Jahre gestorben
sein. Dann erweckte Er ihn und fragte: "Wie lange warst
du abwesend?" Er antwortete: "Ich verweilte einen Tag
oder den Teil eines Tages." Er sprach: "Nein, du bliebst
hundert Jahre weg! Betrachte deine Speise and deinen
Trank: sie sind nicht verdorben. Und betrachte deinen
Esel! Wir machten dich so zu einem Zeichen für die Menschen.
Und betrachte die Knochen, wie Wir sie zusammensetzen
und alsdann mit Fleisch bekleiden." Und als ihm dies
alles klargemacht worden war, sagte er: "Ich weiß (jetzt),
dass Allah aller Dinge mächtig ist" (Sure 2:259 - al-Baqara)
Der obige Vers macht es nachdrücklich klar, dass Allah,
der die Zeit erschaffen hat, ihr nicht untersteht. Der
Mensch hingegen unterliegt der Zeit, die Allah ihm bestimmt
hat. Wie in den Versen dargestellt, ist der Mensch nicht
einmal in der Lage, zu wissen, wie lange er in Zuständen
der Bewusstlosigkeit verweilt. Unter diesen Gegebenheiten
zu behaupten, dass die Zeit absolut sei (wie die Materialisten
es in ihrer gestörten Mentalität tun), wäre sehr unvernünftig.
Die Relativität der Zeit erklärt die
Realität des Schicksals
Wie in Erklärungen über die Relativität der Zeit und
in den Versen erwähnt wird, ist die Zeit keine feste
Größe, sondern sie ist variabel und hängt von unseren
Wahrnehmungen ab. So kann eine Zeitspanne die uns als
Millionen von Jahren erscheint, in einer anderen Zeitdimension
nur eine Sekunde ausmachen. Beispielsweise ist eine
Zeitspanne, die für uns fünfzigtausend Jahre dauert,
für Gabriel und die Engel nur einen Tag lang.
Dies ist sehr wichtig, damit der Begriff des Schicksals
verstanden werden kann. Das Schicksal ist Allahs vollständiges
Wissen über alle Geschehnisse der Vergangenheit und
der Zukunft. Das heißt, jedes Ereignis, von der Schöpfung
des Universums bis zum Jüngsten Tag hat für Allah bereits
stattgefunden und ist vollendet. Eine große Mehrheit
der Menschen fragt, wie Allah alles schon im voraus
wissen kann bevor es geschehen ist, und diese Zweifel
hindern sie daran, die Tragweite des Schicksals zu begreifen.
Geschehnisse, die sich noch nicht ereignet haben, sind
nur für uns noch nicht geschehen; denn wir führen unser
Leben abhängig von der Zeit, die Allah erschaffen hat
und wir können ohne die Informationen, die sich in unserem
Gedächtnis befinden, nichts wissen. Da wir in unserem
diesseitigen Leben auf die Probe gestellt werden, gibt
uns Allah keine Informationen über das, was wir als
"Zukunft" bezeichnen. Infolgedessen können wir nicht
wissen, was in der Zukunft passieren wird. Allah ist
jedoch völlig unabhängig von Raum und Zeit, denn Er
Selbst ist derjenige, der beide erschuf. Aus diesem
Grund sind Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart dasselbe
für Allah. Vor Ihm hat alles bereits stattgefunden;
Er braucht nicht zu warten, um das Ergebnis einer Tat
zu sehen. Sogar der Anfang und das Ende eines Geschehens
werden bei Allah in einem einzigen Moment erlebt. Allah
weiß zum Beispiel bereits, was für ein Ende Pharao erwartete,
sogar noch bevor Er Moses zu ihm schickte, noch bevor
Moses geboren und Ägypten ein Königreich wurde; und
all diese Ereignisse einschließlich des Pharaos' Ende
wurden bei Allah in einem einzigen Moment erlebt. Außerdem
gibt es für Allah keine Erinnerung an die Vergangenheit;
die Vergangenheit und Zukunft sind bei Allah immer anwesend;
alles existiert im gleichen Moment.
Wenn wir unser Leben als ein Videoband ansehen, betrachten
wir dieses Videoband so, als ob wir keine Möglichkeit
haben, den Film vorwärts laufen zu lassen; doch Allah
sieht den vollständigen Film in einem einzigen Moment;
Er ist es, Der diesen Film erschaffen und alle seine
Details festgestellt hat. Wie wir den Anfang, die Mitte
und das Ende eines Lineals mit einem Mal sehen können,
so erfasst Allah die Zeit, von der wir abhängig sind,
von Anfang bis Ende wie einen einzigen Augenblick. Die
Menschen jedoch erfahren Ereignisse nur dann, wenn die
Zeit kommt, zu der sie das Schicksal erleben, das Allah
für sie vorherbestimmt hat. Dies gilt für jeden Menschen
auf der Welt. Die Leben aller Menschen in dieser Welt
und im Jenseits sind vor Allah mit all ihren Einzelheiten
vorhanden. Die Schicksale aller Lebewesen, Planeten,
Pflanzen und Dinge befinden sich zusammen mit den Schicksalen
von Milliarden Menschen im ewigen Gedächtnis von Allah.
Sie bleiben geschrieben, ohne verloren zu sein oder
vermindert zu werden. Die Realität des Schicksals ist
eine der Offenbarungen von Allahs Attribut Al-Hafieth
(der Erhalter, der Beschützer), Seiner ewigen Größe
und Macht.
Das Konzept der "Vergangenheit" stammt
von den Informationen in unserem Gedächtnis
Wir denken, dass wir in unterschiedlichen Zeitspannen
leben, die wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
nennen. Der einzige Grund, warum wir den Begriff der
"Vergangenheit" haben ist, dass in unserem Gedächtnis
verschiedene Ereignisse stattfinden. Der Moment, in
dem wir in der Grundschule eingeschrieben wurden, ist
eine Information in unserem Gedächtnis und deswegen
nehmen wir sie als ein vergangenes Ereignis wahr. Zukünftige
Ereignisse befinden sich nicht in unserem Gedächtnis.
Aus diesem Grund nehmen wir diese Ereignisse, von denen
wir keine Ahnung haben, als Ereignisse an, die "erlebt"
werden und die "in der Zukunft vorkommen". Doch genau
wie die Vergangenheit für uns aus den erlebten, erfahrenen
und gesehenen Ereignissen besteht, ist auch die Zukunft
bereits in gleicher Weise erlebt worden. Da diese Ereignisse
sich aber nicht in unserem Gedächtnis befinden, können
wir sie nicht wissen.
Wenn Allah uns zukünftige Ereignisse sehen lassen würde,
dann würde die Zukunft für uns die Vergangenheit sein.
Jemand, der dreißig Jahre alt ist, hat dreißigjährige
Erinnerungen und Ereignisse in seinem Gedächtnis, und
aus diesem Grund denkt er, dass er eine Vergangenheit
von dreißig Jahren hat. Wenn zukünftige Ereignisse zwischen
seinem dreißigsten und siebzigsten Lebensjahr ins Gedächtnis
dieser Person gegeben würden, dann würden für diese
dreißig Jahre alte Person sowohl seine dreißig Jahre
"Vergangenheit" als auch seine Zukunft bis zu seinem
siebzigsten Lebensjahr zu seiner "Vergangenheit" gehören.
Denn in einem solchen Fall würden beide, seine Vergangenheit
und seine Zukunft in seinem Gedächtnis stattfinden und
beides würden für ihn erlebte, erfahrene Ereignisse
sein.
Da Allah uns die Ereignisse in einer sequentiell wahrnehmen
lässt, als ob es eine Zeit gäbe, die sich aus der Vergangenheit
in die Zukunft bewegt, informiert Er uns nicht über
unsere Zukunft und gibt unseren Gedächtnissen diese
Informationen nicht. Die Zukunft ist nicht in unserem
Gedächtnis, aber die Vergangenheit und Zukunft aller
Menschen befinden sich in Seinem ewigen Gedächtnis.
Wie gesagt ist dies ähnlich, als wenn ein Mensch sein
Leben in einem Film betrachten könnte. Der Film wurde
gedreht und ist vollendet. Aber jemand, der den Film
nicht vorspulen kann, sieht sein Leben nur dann, wenn
die Filmsequenzen eine nach der anderen in einander
übergehen. Er irrt sich aber, wenn er annimmt, dass
die Sequenzen, die er noch nicht gesehen hat, seine
Zukunft darstellen.
Die Vergangenheit einer Person
besteht aus den Informationen, die sich in ihrem
Gedächtnis befinden. Wenn das Gedächtnis dieser
Person gelöscht würde, dann würde auch ihre Vergangenheit
verschwinden. Die Zukunft besteht aus menschlichen
Gedanken. Wir fassen Pläne für die Zukunft und
denken an sie, aber wenn unsere Gedanken zerstört
würden, dann würde kein Konzept von Zukunft übrig
bleiben. Wenn unser Gedächtnis und unsere Gedanken
von uns weggenommen würden, würden wir nur den
"Moment" haben, in dem wir leben.
Vergangenheit und Zukunft sind Botschaften des Verborgenen
In vielen Versen deckt Allah auf, dass das einzige
der weiß, was geheim, unsichtbar, unbemerkt und unbekannt
ist, Er Selbst ist:
Sprich: "O mein Gott! Schöpfer der Himmel und der
Erde, Der Du das Verborgene und das Offenkundige kennst,
Du wirst zwischen Deinen Dienern über das richten,
worüber sie uneins sind" (Sure 39:46 - az-Zumar)
Sprich: "Der Tod, vor dem ihr flieht, wird euch bestimmt
einholen. Dann müsst ihr zu Dem zurück, Der das Verborgene
und das Offenbare kennt. Und Er wird euch vorhalten,
was ihr getan habt" (Sure 62:8 - al-Dschumu'a)
Er sprach: "O Adam! Nenne ihnen ihre
Namen." Und als er ihnen ihre Namen genannt hatte, sprach
Er: "Sagte Ich euch nicht: Ich kenne das Verborgene
der Himmel und der Erde, und Ich weiß, was ihr offen
tut und was ihr verbergt?" (Sure 2:33 - al-Baqara)
Im Allgemeinen wird der Begriff "das Verborgene" benutzt,
um auf etwas zu verweisen, das noch unbekannt in der
Zukunft liegt, jedoch sind Vergangenheit und Zukunft
beide verborgen. Was in der Vergangenheit erlebt wurde
und was in der Zukunft erlebt werden wird, sind Botschaften,
die von Allah geheim gehalten werden. Jedoch gibt Allah
den Gedächtnissen der Menschen einige dieser Botschaften
aus dem Verborgenen , die von Ihm aufbewahrt werden,
und macht sie dadurch bekannt. Zum Beispiel gibt Allah
in einigen Versen Informationen über die Vergangenheit
und teilt dem Propheten Muhammad mit, dass diese Informationen
Botschaften aus dem Verborgenen sind:
Dies ist eine der Geschichten des Unwißbaren, die
Wir dir offenbaren. Weder du noch dein Volk kannten
sie bisher. Sei also standhaft. Das gute Ende gehört
den Gottesfürchtigen. (Sure 11:49 - Hud)
Dies ist eine Schilderung von (dir)
Unbekanntem, die Wir dir offenbaren. Du warst ja nicht
zugegen, als sie sich absprachen und ihre Pläne schmiedeten."
(Sure 12:102 - Yusuf)
Allah gab dem Propheten Muhammad Informationen über
Ereignisse, die noch nicht geschehen waren. Diese Informationen
sind Berichte aus dem Verborgenen über die Zukunft.
So wurden die Eroberung von Mekka (Sure 48:27 - al-Fath)
und der Sieg des Griechen über die Heiden (Sure 30:3-4
- ar-Rum) dem Propheten Muhammad berichtet, bevor sie
geschahen. Die Hadithe des Propheten über Themen wie
die Zeichen des Tages der Auferstehung und die Endzeit
zeigen, dass Allah ihn diese Kenntnisse gelehrt hat,
die für alle anderen Menschen unbekannt waren. Im Quran
wird auch erklärt, dass Berichte aus dem Verborgenen
sowohl dem Propheten als auch einigen frommen Gläubigen
gegeben werden. Beispielsweise wurde Joseph offenbart,
dass die Pläne seiner Brüder keinen Erfolg haben würden
(Sure 12:15 - Yusuf), und Moses' Mutter wurde offenbart,
dass ihr Sohn den Grausamkeiten des Pharaos entgehen
und einer der Propheten werden würde (Sure 28:7 - al-Qasas).
Schließlich sind alle Ereignisse und Nachrichten, die
wir als Vergangenheit und Zukunft bezeichnen, tatsächlich
Botschaften aus dem Verborgenen, die von Allah geheim
gehalten werden. Allah sendet einige dieser Botschaften
wann Er will, dem Gedächtnis einiger Menschen, die Er
wählt, und auf diese Weise macht Er einen Teil des Verborgenen
bewusst. Die Ereignisse, die sichtbar und spürbar werden,
werden von den Menschen als Vergangenheit empfunden.
Die Bedeutsamkeit der Ergebung in das
Schicksal
Die Tatsache, dass Vergangenheit und Zukunft für Allah
als erschaffene und erlebte Ereignisse existieren, zeigt
uns eine wichtige Wahrheit: Jeder
Mensch ist vollständig seinem Schicksal unterworfen.
Genauso wie eine Person ihre Vergangenheit nicht ändern
kann, kann sie auch ihre Zukunft nicht ändern, weil
auch die Zukunft wie die Vergangenheit bereits geschehen
ist. Alle Ereignisse in der Zukunft sind beschlossen
- wann und wo sie geschehen werden, was man essen wird,
mit wem man sprechen wird, was man erklären wird, wie
viel Geld man erwerben wird, unter welchen Krankheiten
man leiden wird, wann, wo und wie man sterben wird.
Denn all dies befindet sich schon in Allahs Gedächtnis
als erlebte Ereignisse. Aber diese Informationen sind
noch nicht im Gedächtnis dieser Person.
Folglich bekümmern sich die, über ihre Zukunft traurig,
beunruhigt und vergebens. Die Zukunft, über die sie
so besorgt und beunruhigt sind, ist bereits erlebt worden,
und ganz gleich, was sie tun, haben sie keine Möglichkeit,
diese Ereignisse zu ändern.
An diesem Punkt ist es sehr wichtig, ein irrtümliches
Verständnis des Schicksals zu vermeiden. Einige Menschen
missverstehen und denken, dass das was ihr Schicksal
ist, irgendwie geschehen wird, so dass sie nichts daran
ändern können. Es ist richtig, dass alles, was wir erleben,
in unserem Schicksal bestimmt ist. Bevor wir ein Ereignis
erleben, ist es vor Allah erlebt worden und all seine
Details stehen auf einer wohlverwahrten Tafel (al-lauh
mahfudh) bei Allah eingetragen. Doch Allah gibt jedem
die Empfindung, dass er die Ereignisse ändern kann,
seine eigene Wahl hat und Entscheidungen treffen kann.
Wenn jemand zum Beispiel Wasser trinken möchte, sagt
er nicht "Wenn es mein Schicksal ist, trinke ich Wasser",
und setzt sich hin. Stattdessen steht er auf, nimmt
ein Glas und trinkt das Wasser. Tatsächlich trinkt er
eine vorherbestimmte Menge Wasser aus einem vorherbestimmten
Glas. Aber wenn er dies tut, fühlt er, dass er sich
entsprechend seinem eigenen Wunsch und Willen verhält.
Er empfindet dieses Gefühl während seines Lebens immer,
wenn er etwas tut. Der Unterschied zwischen einer Person,
die sich Allah und dem Schicksal völlig hingibt, das
Allah für ihn bestimmt hat, und jemandem, der diese
Realität nicht begreift ist folgender: Der sich Allah
hingibt, weiß, dass alles was er tut, trotz des Gefühls,
dass er selbst getan hat, entsprechend Allahs Willen
geschieht. Die andere Person nimmt irrtümlich an, dass
sie alles mit seiner eigenen Intelligenz und Kraft getan
hat.
Wenn jemand, der sich Allah völlig hingibt, erfährt,
dass er an einer Krankheit leidet, weiß er, dass diese
Krankheit in seinem Schicksal ist und er vertraut auf
Allah. Er denkt, da Allah diese Krankheit in seinem
Schicksal bestimmt hat, sie ihm sicherlich großen Nutzen
bringen wird. Er wartet jedoch nicht ab, ohne irgendwelche
Maßnahmen zu treffen, indem er denkt, dass er heilen
wird, wenn in seinem Schicksal bestimmt ist, gesund
zu werden. Im Gegenteil trifft er alle möglichen Gesundheitsmaßnahmen;
er geht zum Doktor, gibt auf seine Ernährung acht und
nimmt Medizin. Aber er vergisst nicht, dass die Wirksamkeit
der Behandlung, die Medizin, ob er gesunden wird oder
nicht, alle in seinem Schicksal sind. Er weiß, dass
all dies sich in Allahs ewigem Gedächtnis befindet und
sogar schon dort war, bevor er auf die Welt kam. Im
Quran offenbart Allah, dass alles, was die Menschen
erleben, vorher in einem Buch niedergeschrieben ist:
Kein Unheil geschieht auf Erden oder
euch selbst, das nicht in einem Buch stünde, bevor Wir
es geschehen lassen. Das ist Allah fürwahr ein leichtes;
so betrübt euch nicht über das, was euch entgeht, und
freut euch nicht überheblich über das, was Er euch gibt;
denn Allah liebt keine stolzen Prahler. (Sure 57:22-23
- al-Hadid)
Aus diesem Grund wird jemand, der an das Schicksal
glaubt, wegen der Ereignisse, die ihm zustoßen, nicht
verzweifelt oder beunruhigt sein. Im Gegenteil hat er
äußerstes Vertrauen in Allah. Allah hat im voraus alles
bestimmt, das einer Person zustoßt; Er hat uns befohlen,
über die Ereignisse, die uns geschehen, nicht traurig
zu sein, und zufrieden zu sein, mit den Segnungen, die
wir bekommen. Die Schwierigkeiten, die die Menschen
erleben, wurden zusammen mit ihrem Besitz und Erfolg
von Allah festgesetzt. All dies ist Bestandteil des
Schicksals, das von unserem Herrn vorherbestimmt wird,
um die Menschen zu prüfen. Wie es in einem Vers verkündigt
wird, "...Allahs Befehl ist ein
fester Beschluss". (Sure 33:38 - al-Ahzab)
In einem anderen Vers teilt Allah mit: "Siehe,
alle Dinge erschufen Wir nach Maß und Plan" (Sure
54:49 - al-Qamar) Nicht nur Menschen sondern auch alle
Dinge - belebt und unbelebt -, die Sonne, der Mond,
die Berge und Bäume haben ihre eigenes Schicksal, das
von Allah bestimmt wurde. Eine zerbrochene antike Vase
wurde genau zu dem Zeitpunkt zerbrochen, der in ihrem
Schicksal bestimmt ist. Als diese Vase hergestellt wurde,
war es bestimmt, wer diese Jahrhunderte alte Vase benutzen
würde, sowie in welcher Ecke welchen Hauses und neben
welchen anderen Gegenständen sie stehen würde. Die Verzierungen
auf der Vase und ihre Farbe sind im voraus in ihrem
Schicksal bestimmt. Es ist Allah bekannt, an welchem
Tag, zu welcher Stunde, in welcher Minute, und durch
wen und wie sie zerbrochen werden würde. Der erste Moment,
an dem die Vase hergestellt wurde, der erste Moment,
an dem sie zum Verkauf ins Schaufenster gestellt wurde,
der erste Moment, an dem sie in die Ecke des Hauses
gestellt wurde, der Moment, an dem sie in Stücke zerbrochen
war, jeder Moment der jahrhundertelangen Existenz dieser
Vase ist für Allah als ein einziger Moment vorhanden.
Obwohl die Person, die die Vase zerbrechen würde, noch
einige Sekunden vorher davon ahnungslos ist, ist dieser
Moment von Allah bestimmt und vollendet. Aus diesem
Grund erklärt Allah den Menschen, sich nicht über das
zu betrüben, was ihnen entgeht. Denn was ihnen entgangen
sind, entging ihnen in ihrem Schicksal, und sie können
es nicht ändern. Die Menschen sollten eine Lehre daraus
ziehen, was in ihrem Schicksal geschieht, und den Zweck
und Nutzen in diesen Ereignissen sehen. Sie sollten
sich immer der endlosen Gnade, dem Mitleid und der Gerechtigkeit
unseres Herrn zuneigen, Der ihr Schicksal erschaffen
hat und Seine Diener behütet und schützt.
ALLAH WEISS UND SIEHT UNSERE
VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT ALS EINEN EINZIGEN MOMENT
In diesem Bild sehen die Menschen
das Auto nicht und die, die im Auto sind, sehen
die anderen Menschen nicht. Zu diesem bestimmten
Moment bemerken sie einander nicht. Aber jemand,
der dieses Bild aus einer bestimmten Entfernung
und von einem anderen Platz betrachtet, sieht
alles auf beiden Seiten zur gleichen Zeit. Das
Gleiche gilt auch für das menschliche Leben.
Wir haben die Begriffe
der Vergangenheit und Zukunft, und da wir von
der Zeit abhängig sind, können wir die Zukunft
nur als sequentielle Folge von Ereignissen der
Gegenwart sehen. Da Allah jedoch von Zeit und
Raum völlig unabhängig ist, sieht Er unsere Vergangenheit,
unsere Zukunft und Gegenwart in einem einzigen
Moment in aller Lebendigkeit und Klarheit. Das
plötzliche Bremsmanöver, dass der Fahrer ausführen
wird, wenn er die Menschen auf der Straße sieht,
ist Allah im voraus bekannt.
Diejenigen, die ihre Leben ungeachtet dieser wichtigen
Wahrheit führen, sind immer besorgt und in Furcht, sie
machen viele Sorgen über die Zukunft ihrer Kinder. Sie
sind sehr beunruhigt wegen Fragen wie: Welche Schule
werden sie besuchen? Welchen Beruf werden sie ergreifen?
Werden sie immer gesund sein? Was für ein Leben werden
sie führen? Doch ist jeder Moment des Lebens einer Person
von Allah bestimmt, von dem Zeitpunkt an, zu dem er
noch eine einzige Zelle war, bis zu der Zeit, da er
gelernt hat, zu lesen und zu schreiben, von den ersten
Antworten, die er in einer Prüfung an der Universität
gab, bis zur hin zu der Firma, in der er arbeiten wird,
welche Papiere er unterschreiben wird und wie viele
Male er sie unterschreiben wird, wo und wie er sterben
wird. All diese Dinge sind in Allahs Gedächtnis verborgen.
Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich die fetale Phase
dieses Menschen, seine Jahre an der Grundschule und
an der Universität, sein 35. Geburtstag, der erste Tag
in seinem Beruf, der Moment, als er die Engel sieht,
nachdem er gestorben ist, der Moment, an dem er von
seinen Verwandten begraben wird und an dem er von Allah
zur Rechenschaft gezogen wird, als ein einziger Augenblick
bei Allah.
Infolgedessen ist es sinnlos, sich über sein Leben
zu sorgen und ängstlich zu sein, ein Leben, dessen jeder
Moment gelebt, erfahren worden ist, und bereits bei
Allah vorhanden ist. Ganz gleich wie stark sich jemand
abmüht und sorgt, jeder Mensch und auch seine Kinder,
Gatten, und Verwandten werden das Leben führen, das
von Allah für sie bestimmt ist.
Eine gewissenhafte und intelligente Person, die diese
Wirklichkeit begreift, sollte sich Allah und dem von
Ihm erschaffenen Schicksal völlig hingeben, denn jeder
befindet sich in der völligen Hingabe an Allah. Egal
ob er mag oder nicht, lebt er unterwürfig dem Schicksal,
das für ihn von Allah erschaffen wird. Eine Person,
die ihr Schicksal leugnet, ist ein Leugner, gerade weil
es in ihrem Schicksal geschrieben worden ist, ein Leugner
zu sein.
Die, die sich Allah bereitwillig hingeben, können hoffen,
Allahs Wohlgefallen und Allahs Gnade zu erreichen und
das Paradies zu gewinnen; sie werden in dieser Welt
und im Jenseits ein sorgenfreies Leben in Frieden und
Sicherheit führen. Für einen Menschen, der sich Allah
hingibt und weiß, dass das Schicksal, das Allah für
ihn bestimmt hat, das Beste für ihn ist, gibt es keinen
Grund, traurig, ängstlich oder besorgt zu sein. Dieser
Mensch müht sich ab, aber tatsächlich weiß er, dass
diese Bemühung in seinem Schicksal geschrieben steht,
und ganz gleich was er tut, er nicht die Fähigkeit hat,
zu ändern, was in seinem Schicksal niedergeschrieben
ist.
Ein Gläubiger gibt sich dem Schicksal das von Allah
erschaffen wird, völlig hin. Außerdem wird er versuchen,
sein Bestes zu tun, um den Sinn der Ereignisse seines
Schicksals zu verstehen, und er wird Vorsichtsmaßnahmen
treffen und sich darum bemühen, die Dinge zum besseren
zu ändern. Doch er wird zuversichtlich und ruhig sein,
weil er weiß, dass alle Ereignisse entsprechend seinem
Schicksal passieren und dass Allah das Bestmögliche
im voraus festgesetzt hat. Als ein Beispiel dafür erwähnt
der Quran die Maßnahmen, die von Jakob für die Sicherheit
seiner Kinder ergriffen werden. Um sie vor etwaigen
bösen Absichten zu schützen, riet Jakob seinen Söhnen
die Stadt durch unterschiedliche Tore zu betreten aber
er erinnerte sie daran, dass dies nicht das Schicksal
beeinflussen würde, das von Allah festgesetzt worden
war.
Und er sprach: "O meine Söhne! Tretet nicht (allesamt)
durch ein einziges Tor ein, sondern tretet durch verschiedene
Tore ein. Doch ich kann euch nicht gegen Allah helfen.
Die Entscheidung liegt allein bei Allah. Ihm vertraue
ich, und vertrauen sollen Ihm alle Vertrauenden."
(Sure 12:67 - Yusuf)
Jedes Wesen wird mit seinem Schicksal erschaffen.
Noch bevor eine Vase hergestellt wird, ist es
von Allah bestimmt, wer diese Vase in was für
einem Stil erzeugen wird, wer sie woher kaufen
wird, in welches Haus und in welche Ecke sie gestellt
wird, und an welchem Tag, zu welchem Zeitpunkt
und wie sie auf den Boden fallen und zerbrechen
wird
Die Menschen können tun, was sie mögen, aber sie können
ihr Schicksal nie ändern. Dies wird in diesem Vers erklärt.
Dann, nach dem Kummer, sandte Er
auf euch ein Gefühl von ungestörter Sicherheit nieder.
Schläfrigkeit überkam einen Teil von euch; ein anderer
Teil aber kümmerte sich nur um sich selbst und begann,
ungerecht über Allah zu denken, in heidnischem Denken.
Sie sprachen: "Haben wir hier irgend etwas zu sagen?"
Sprich: "Siehe, alle Entscheidung liegt bei Allah."
Sie verbargen in ihren Seelen, was sie dir nicht mitteilten,
indem sie sprachen: "Hätten wir etwas zu sagen gehabt,
lägen wir hier nicht erschlagen!" Sprich: "Wärt ihr
auch in eueren Häusern gewesen, wahrlich, jene, denen
der Tod bestimmt war, wären zu ihrer Todesstätte aufgebrochen.
Dies damit Allah prüfe, was in eueren Brüsten ist, und
erforsche, was in eueren Herzen ist. Und Allah kennt
das Innerste der Brüste." (Sure 3:154 - Al-'Imran)
Noch bevor ein Auto hergestellt
wird, ist es in seinem Schicksal bestimmt, welche
Farbe es haben wird, wer es kaufen wird und
wie es auf dem Schrottplatz aussehen wird.
Wie aus diesem Vers ersichtlich ist, wird ein Mensch
sowieso sterben, wenn es in seinem Schicksal geschrieben
steht, selbst wenn er von einer Aufgabe auf Allahs Weg
entflieht, um nicht zu sterben. Sogar sind die Wege
und Methoden, welche er anwendet, um vor dem Tod zu
entfliehen, auch in seinem Schicksal bestimmt und jeder
Mensch erlebt die Ereignisse, die in seinem Schicksal
sind. In diesem Vers erklärt Allah den Menschen auch,
dass der Zweck der Geschehnisse, die Er in ihrem Schicksal
erschafft der ist, sie zu prüfen und ihr Inneres zu
reinigen. In der Sure al-Fatir erzählt Allah, dass die
Lebensdauer jedes Menschen von Ihm bestimmt ist und
dass die Frauen nur mit Seiner Erlaubnis schwanger werden:
Und Allah hat euch aus Staub erschaffen,
dann aus einem Samentropfen; dann machte Er euch zu
zwei Geschlechtern. Und keine Frau wird schwanger oder
kommt nieder ohne Sein Wissen. Und kein Betagter wird
älter oder weniger alt, ohne dass es in einem Buch festgelegt
wäre. Siehe, all dies ist Allah ein leichtes. (Sure
35:11 - al-Fatir)
In den untenerwähnten Versen der Sure al-Qamar wird
mitgeteilt, dass alles, was eine Person tut, mit allen
Details in einem Buch geschrieben steht und dass das,
was die Bewohner des Paradieses erleben, auch bereits
erlebte Ereignisse sind. Wie zuvor erwähnt, ist auch
das wahre Leben im Paradies für uns die Zukunft. Aber
das Leben der Bewohner des Paradieses, ihre Gespräche
und Festmahle befinden sich zu diesem Zeitpunkt in Allahs
Gedächtnis. Bevor wir geboren waren, wurde die Zukunft
der ganzen Menschheit in dieser Welt und im Jenseits
bei Allah in einem einzigen Augenblick erlebt und wird
in Allahs Gedächtnis aufbewahrt:
Und alles, was sie tun, ist in Büchern
festgehalten. Und alles, ob klein oder groß, ist aufgezeichnet.
Die Gottesfürchtigen kommen bestimmt in Gärten mit Bächen.
Am Sitz der Wahrhaftigkeit, bei einem mächtigen König.
(Sure 54:52-55 - al-Qamar)
Das Schicksal ist das Wissen Allahs, und von Ihm, Der
die Gesamtheit aller Zeit wie einen einzigen Augenblick
erfasst und über Zeit und Raum herrscht, ist alles in
einem Schicksal bestimmt und vollendet. Auch aus dem,
was im Quran geschildert ist, kann man erkennen, dass
die Zeit für Allah eine Einheit ist. Einige Ereignisse,
die uns in der Zukunft begegnen sollen, sind im Quran
in der Weise berichtet, als seien sie schon vor langem
geschehen. Zum Beispiel sind die Verse, die schildern,
wie die Menschen im Jenseits vor Allah Rechenschaft
ablegen müssen, so verfasst, als wäre das ein Ereignis,
das bereits vor langer Zeit stattgefunden hat:
Und da wird in die Posaune gestoßen,
und schon werden alle in den Himmeln und auf Erden ohnmächtig,
außer denen, welche Allah davon ausnimmt. Dann wird
noch einmal hineingestoßen, und siehe, sie erheben sich
und erkennen. Und die Erde wird im Lichte ihres Herrn
leuchten. Dann wird das Buch vorgelegt. Dann werden
die Propheten und die Zeugen gebracht und wird zwischen
ihnen in Wahrheit entschieden... Doch die Ungläubigen
werden in Scharen zur Hölle getrieben... Doch diejenigen,
welche ihren Herrn gefürchtet hatten, werden in Scharen
in das Paradies geführt... (Sure 39:68-73 - az-Zumar)
Einige andere Verse zu diesem Themenkreis sind:
Und jede Seele wird mit einem Treiber und einem Zeugen
kommen. (Sure 50:21 - Qaf)
Und der Himmel wird sich spalten; denn an diesem
Tag wird er brüchig geworden sein. (Sure 69:16 - al-Haqqa)
Und Er wird sie für ihre Standhaftigkeit
mit einem Garten und (Kleidern aus) Seide belohnen.
Dort werden sie sich auf Ruhekissen lehnen und dort
weder (brennende) Sonne noch schneidende Kälte erleben.
(Sure 76:12, 13 - al-Insan)
Und die Hölle anschaulich gemacht wird für den, der
(sie) sieht. (Sure 79:36 - an-Nazi'at)
Doch an diesem Tage werden die Gläubigen die Ungläubigen
verlachen. (Sure 83:34 - al-Mutaffifin)
Und die Sünder werden das Feuer sehen.
Da werden sie die Vorahnung haben, dass sie hineingeworfen
und kein Entrinnen daraus finden werden. (Sure 18:53
- al-Kahf)
Wie ersichtlich, werden die Ereignisse, die - aus unserer
Sicht - nach unserem Tod eintreten werden, im Quran
als erlebte und vergangene Ereignisse geschildert. Allah
ist nicht an das relative Zeitgefüge gebunden in das
wir eingeschlossen sind. Allahs Wille, der all diese
Ereignisse geschehen lässt, ist zeitlos; die Menschen
haben ihre Taten ausgeführt, und die Ereignisse wurden
erlebt und sind geschehen. Im folgenden Vers wird dargelegt,
dass jedes Ereignis, ob bedeutend oder unbedeutend in
Allahs Wissen ist und in einem Buch aufgezeichnet ist:
Du verfolgst kein Geschäft und trägst nichts aus
dem Quran vor und ihr betreibt nichts, ohne dass Wir
Zeuge eueres Verhaltens sind. Deinem Herrn bleibt
auch nicht das Gewicht eines Stäubchens auf Erden
und im Himmel verborgen. Und nichts ist kleiner oder
größer als dies, ohne dass es in einem Buch klar verzeichnet
stünde. (Sure 10:61 - Yunus)