Bis jetzt haben wir erwähnt, dass alles, was wir wahrnehmen,
in unserem Gehirn stattfindet und dass wir keine äußere Welt-
oder materielle Objekte benötigen, damit diese Wahrnehmungen
entstehen können. An diesem Punkt stellt sich jedoch eine
wesentliche Frage:
Wie wir wissen, werden die elektrischen Impulse, die von
den Zellen in unserem Auge kommen, in unserem Gehirn in Bilder
umgewandelt. Das Gehirn interpretiert beispielsweise einige
elektrische Impulse, die das Sehzentrum erreichen, als ein
Feld voller Sonnenblumen. Es ist allerdings nicht das Auge,
das sieht.
Folglich, wenn es nicht unsere Augen sind, die sehen, wer
ist es dann?
Und wer ist es, der im Gehirn, das vollständig gegen Töne
isoliert ist, die elektrischen Impulse als die Stimme seines
engsten Freunds wahrnimmt, ohne ein Ohr zu benötigen, und
der sich darüber freut, wenn er diese Stimme hört oder der
sich danach sehnt, wenn er diese Stimme nicht hört?
Wer ist es, der innerhalb des Gehirns empfindet, dass er
das Fell seiner Katze streichelt, ohne eine Hand, Finger oder
Muskeln zu benötigen?
Und wer ist es, der Wahrnehmungen wie Hitze, Kälte, Festigkeit,
und Entfernung im Gehirn empfindet?
Wer ist es, der die Gerüche der Zitronen, der Lavendelblumen,
der Rosen, der Melonen, und der Orangen innerhalb des Gehirns
empfindet, obwohl Gerüche niemals das Gehirn erreichen können?
Wir haben bis jetzt behandelt, dass alles, was wir wahrnehmen,
innerhalb unseres Gehirns gebildet wird. Wer ist es dann,
der diese Bilder, welche im Gehirn entstehen, wie auf einem
Bildschirm betrachtet, und der sich über diese Bilder freuen
kann, traurig sein kann, sich aufregen kann und neugierig
sein kann? Wer ist für das Bewusstsein verantwortlich, das
alles was es sieht und fühlt, interpretiert?
Wer ist die bewusste Wesenheit, die ihr ganzes Leben lang
innerhalb des dunklen, stillen Schädels die ihr gezeigten
Bilder betrachtet, die zum Denken fähig ist und Entscheidungen
trifft?
Es ist offensichtlich, dass diese Wesenheit, welche alle
diese Bilder wahrnimmt und das Bewusstsein hervorruft, nicht
das Gehirn sein kann, das aus unbewussten Atomen besteht und
aus Substanzen wie Wasser, Öl und Protein gebildet wird. Es
muss ein Wesen jenseits des Gehirns geben. Daniel Dennet erwägt
die oben genannte Frage in einem seiner Bücher, obwohl er
ein Materialist ist, wie folgt:
Wie können meine bewussten Gedanken und besonders die Freude,
die ich am Sonnenlicht, an Vivaldi und an sich schwach bewegenden
Zweigen finde, physikalische Vorgänge sein, die in meinem
Gehirn entstehen? Wie könnte irgendeine Kombination elektrochemischer
Vorgänge sich in meinem Gehirn zu den hunderten im Einklang
mit der herrlichen Musik sich wiegenden Zweigen zusammenaddieren?
Wie kann irgendein Informati-onsverarbeitungsprozess in
meinem Gehirn die feine Wärme des Sonnenlichts sein, das
ich empfinde? Wie kann sogar ein Vorgang in meinem Gehirn
das gedankliche Bild einer anderen Informationsverar-beitung
in meinem Gehirn sein? Dies scheint unmöglich. Es scheint,
als ob die Ereignisse, die meine bewussten Gedanken und
Erfahrungen sind, nicht die Vorgänge des Gehirns sein können,
aber es muss etwas anderes sein, etwas, was durch Ereignisse
im Gehirn verursacht oder hergestellt wurde, kein Zweifel,
aber zusätzlich etwas, das aus etwas anderem besteht und
an einem andern Ort existiert. Nun, warum eigentlich nicht?
25
IN
DER ABSOLUTEN STILLE IHRES GEHIRNS IST ES IHRE SEELE,
DIE EINER
KONFERENZ ZUHÖRT
Menschen in einem Saal, die einem
Redner aufmerksam zuhören, könnten denken, die Worte
denen sie zuhören, kämen aus dem Mund des Redners
und der Redner hält seinen Vortrag in der festen Überzeugung,
dass das Publikum ihn hören kann. Jedoch ist die Wirklichkeit
vollständig anders und ein außerordentliches Wunder
findet statt, ein Wunder, das keiner der Anwesenden
bemerkt.
In Wirklichkeit hält der Redner den
Vortrag nur in der Einbildung seines Gehirns, während
die Zuhörer dem Vortrag wiederum nur in der Einbil-dung
ihrer Gehirne zuhören. In der Tat erleben alle Menschen
im Saal, die überzeugt sind, dass sie tatsächlich
in diesem Saal sitzen, all diese Ereignisse nur in
ihrem Gehirn, und es gibt ein Wesen im Gehirn jeder
Einzelperson im Saal, welches die elektrischen Ströme
als die Stimme des Redners hört, und dieses Wesen
benötigt keine Ohren.
Dieses Wesen erfährt alles so realistisch,
dass die Menschen nicht begreifen können, dass sie
nicht den tatsächlichen Ton wahrnehmen. Dieses Wesen,
das von Allah durch Seine einzigartige Schöpfung erschaffen
wurde, ist die SEELE. Trotz der tiefen Stille innerhalb
des Gehirns hört die Seele alles vollkommen und klar,
genau dem Original entsprechend.
R. L. Gregory bezieht sich auf diesen generellen
Irrtum in bezug auf die Wahrnehmung von Bildern im Gehirn folgendermaßen:
Man sollte nicht der Versuchung anheim
fallen zu behaupten, dass die Augen im Gehirn Bilder hervorrufen.
Ein "Bild im Gehirn" würde eine Art inneres Auge erforderlich
machen um das Bild zu sehen - doch um das Bild dieses Auges
sehen zu können, würde man ein weiteres Auge benötigen, und
so müsste es weiter gehen in einer endlosen Folge von Augen
und Bildern. Doch das ist absurd.26
Dies ist der entscheidende Punkt, der die Materialisten,
die nichts anderem als der Materie einen Realitätsanspruch
zugestehen, in ein Dilemma stürzt. Wer ist es, dem das sehende
"innere Auge" gehört und der wahrnimmt, was es sieht und darauf
reagiert?
Karl Pribram beschreibt die Suche der Wissenschaft und der
Philosophie nach der Identität des Wahrnehmenden:
Seit der griechischen Antike grübeln die Philosophen über
"den Geist in der Maschine", "den kleinen Menschen im Menschen"
usw. Wo ist das Ich die Entität die das Gehirn benutzt? Wer
ist es, der den Akt des Wissens vollzieht? Oder, wie der Heilige
Franziskus von Assisi sagte: "Wir halten Ausschau nach dem,
was Ausschau hält." 27
Obgleich viele Menschen sich dieser Wirklichkeit annähern,
wenn sie die Frage beantworten, "wer die Wesenheit ist, die
sieht", zögern sie, all ihre Implikationen zu akzeptieren.
Wie in den oben erwähnten Beispielen dargelegt wurde, hat
man für die Wesenheit, die unsere Persönlichkeit bildet, die
Begriffe "der kleine Mensch", "Geist in der Maschine", "Wesen,
das das Gehirn benutzt" und "inneres Auge" verwendet. All
diese Bezeichnungen sind verwendet worden, um eine bewusste
Existenz jenseits des Gehirns zu definieren. Aber die Menschen,
die diese Begriffe verwendeten, konnten wegen ihrer materialistischen
Ansichten die wahre Natur dessen, der tatsächlich das Sehende,
das Hörende ist, nicht erkennen.
Die einzige Quelle, die diese Frage beantwortet, ist die
Religion. Im Quran gibt Allah an, dass Er den Menschen zuerst
erschaffen und ihm dann von Seinem Geist eingehaucht hat:
Und als dein Herr zu den Engeln sprach: "Seht, Ich erschaffe
einen Menschen aus trockenem Lehm, aus formbarem Schlamm.
Und wenn Ich ihn gebildet und ihm von meinem Geist eingehaucht
habe, dann werft euch vor ihm nieder!" (Sure 15:28-29 -
Al-Hidschr)
Dann formte Er ihn und blies von Seinem
Geist in ihn. Und Er gab euch Gehör, Gesicht, Gefühl und Verstand.
Wenig Dank erweist ihr Ihm! (Sure 32:9 - al-Sadschda)
Das heißt, der Mensch hat außer seinem Körper noch eine andere
Existenz. Diese Existenz, welche die Bilder innerhalb des
Gehirns "sieht", alle Töne innerhalb seines Gehirns "hört",
sich ihrer eigenen Existenz bewusst ist und sagt "Ich bin
ich", ist die Seele, die Allah in den Menschen geblasen hat.
Jeder vernünftige und gewissenhafte Mensch wird sofort begreifen,
dass die Wesenheit, die jedes Ereignis während seines ganzen
Lebens auf dem Bildschirm innerhalb seines Gehirns betrachtet,
seine Seele ist. Jeder Mensch hat eine
Seele, die sehen, hören und denken kann, ohne Augen, Ohren
oder ein Gehirn zu benötigen.
Die materialistische Weltanschauung, welche behauptet, dass
Materie die einzige absolute Existenz ist und annimmt, dass
das menschliche Bewusstsein nur ein Ergebnis der chemischen
Reaktionen im Gehirn ist, befindet sich in einer Sackgasse
in bezug auf dieses Thema. Um dies sehen zu können, wird es
sehr lehrreich sein, einem Materialisten die folgenden Fragen
zu stellen:
Î Das Bild entsteht in unserem Gehirn, aber wer betrachtet
dieses Bild in unserem Gehirn?
Î Versuchen Sie, sich Ihren Nachbarn vorzustellen,
der im unteren Stock wohnt und in diesem Moment nicht bei
Ihnen ist. Wer ist es, der diese Person in Ihrem Gehirn mit
allen Einzelheiten bis zu den Details ihrer Kleidung, Falten
in seinem Gesicht, bis zu seinem weißen Haar, zum Klang seiner
Stimme, zu seiner Redeweise usw. so klar sehen kann?
KANN IN EINEM STÜCK FLEISCH
EIN BILD MIT SOLCHER QUALITÄT ENTSTEHEN?
Ein Materialist ist nicht imstande, eine zufrieden stellende
Antwort auf solche Fragen zu geben. Die einzige Erklärung
dieser Fragen ist die Existenz der Seele, die Allah den Menschen
gegeben hat. Materialisten nehmen jedoch außer Materie keine
andere Wesenheit an. Aus diesem Grund versetzt die außergewöhnliche
Wahrheit, die in diesem Buch erklärt wird, den atheistischen
materialistischen Gedanken einen massiven Schlag, und die
Materialisten lehnen vehement ab, über dieses Thema nachzudenken
und darüber zu debattieren.
Wer lässt unserer Seelen diese Bilder zu
betrachten?
An diesem Punkt gibt es eine andere Frage, die gestellt werden
sollte: Unsere Seele betrachtet die Bilder in unserem Gehirn.
Aber wer ruft diese Bilder hervor? Kann das Gehirn selbst
ein helles, buntes, leuchtendes, schattenhaftes Bild erzeugen
und in einem winzigen Areal aus elektrischen Impulsen eine
riesengroße Welt entstehen lassen? Das Gehirn ist nichts anderes
als ein nasses, weiches, gekrümmtes Stück Fleisch. Könnte
ein einfaches Stück Fleisch wie dieses ein Bild ohne irgendein
Bildrauschen schaffen, das klarer ist als Bilder, die von
einem Fernsehgerät mit der neuesten Technologie zur Verfügung
gestellt werden? Kann ein Bild solcher hoher Qualität innerhalb
eines Stücks Fleisch gebildet werden? Kann dieses nasse Stück
Fleisch einen noch hochwertigeren Stereoton als ein Hi-Fi
Gerät mit der besten Technologie ohne irgendwelche Störgeräusche
bilden? Selbstverständlich ist es unmöglich, dass ein Fleischstück
mit einem Gewicht von 1.5 Kilogramm wie das Gehirn solch vollkommene
Wahrnehmungen bilden kann.
An diesem Punkt gelangen wir zu einer anderen Wahrheit. Da
alles, was wir um uns herum sehen, auch unser Körper, unsere
Hände, Arme und Gesichter, die uns gehören, Schattenwesen
sind, dann ist auch unser Gehirn ein Schattenwesen. Dann allerdings
können wir nicht sagen, dass das Gehirn, das selbst nur eine
visuelle Wahrnehmung ist, diese visuellen Wahrnehmun-gen bildet.
Bertrand Russell weist auf diese Wahrheit in seiner Arbeit
"Das ABC der Relativität" hin:
Selbstverständlich muss, wenn Materie im Allgemeinen als
Gruppierung von Ereignissen interpretiert werden soll, dies
auch für das Auge, den optischen Nerv und das Gehirn gelten.28
Der berühmte Philosoph Bergson, der diese Tatsache erkennt,
sagt in seinem Buch Materie und Gedächtnis, dass "die
Welt aus Bildern besteht, diese Bilder nur in unserem Bewusstsein
existieren, und das Gehirn selbst eins dieser Bilder ist."
29
Wer ist es also, der diese Bilder in ihrer ganzen Wirklichkeit
und Klarheit unserer Seele zeigt, und uns ein Leben mit all
diesen Wahrnehmungen und ohne irgendwelche Unterbrechungen
führen lässt?
Der, der unserer Seele alle Bilder zeigt, der sie alle Töne
hören lässt, der alle Geschmäcke und Gerüche zu unserem Vergnügen
erschaffen hat, ist Allah, der Herr und Schöpfer aller Welten.
Eines der größten Dilemmata des Materialismus:
Das menschliche Bewusstsein
Materialistische Philosophie kann die Quelle des menschlichen
Bewusstseins, die qualitativen Eigenschaften, welche zur menschlichen
Seele gehören, nicht erklären. Gemäß der materialistischen
Philosophie glaubt man nur an die Existenz der Materie. Bewusstsein,
Denkvermögen, Entscheidungs-prozesse, Glücklichkeit, Aufregung,
Sehnsucht, Genuss und Urteilsvermögen, die zur menschlichen
Seele gehören, können mit keinem materialistischen Konzept
erklärt werden. Die Materialisten übergehen dieses Thema,
indem sie sagen, dass "menschliches Bewusstsein nur das Ergebnis
von Hirnfunktionen ist". Ein materialistischer Wissenschaftler,
Francis Crick fasst diesen materialistischen Anspruch folgendermaßen
zusammen:
Ihre Freuden und Ihre Sorgen, Ihre Erinnerungen
und Ihr Ehrgeiz, Ihr Gefühl der persönlichen Identität und
Ihr freier Wille sind eigentlich nichts anderes als Bewegungen
vieler Nervenzellen und ihrer verbundenen Moleküle.30
Diese Behauptung kann weder wissenschaftlich noch logisch
verteidigt werden. Vorurteile verführen die Materialisten,
solche Erklärungen hinsichtlich der Eigenschaften der menschlichen
Seele abzugeben. Um die Tatsache nicht zugeben zu müssen,
dass es Wesen jenseits der materiellen Welt gibt, versuchen
sie, menschliche Intelligenz auf Materie zurückzuführen, und
sie stellen Behauptungen auf, die keine Beziehung zu Intelligenz
oder Logik haben.
Der Wissenschaftsautor John Horgan gesteht wie folgt ein,
dass die Behauptung von Francis Crick unannehmbar ist, obgleich
er der Anhänger der in Rede stehenden materialistischen Schule
namens "Reduktionismus" ist:
In gewisser Hinsicht hat Crick Recht. Wir
sind nichts anderes als ein Packen von Neuronen. Gleichzeitig
ist die Neurologie bis jetzt ungewöhnlich unbefriedigend gewesen.
Den Verstand mit Neuronen zu erklären hat uns nicht mehr Verständnis
oder Nutzen gebracht, als den Verstand mit Quarks und Elektronen
zu erklären. Es gibt viele alternative reduktionistische Ansätze.
Wir sind nichts anderes als ein Packen idiosynkratischer Gene.
Wir sind nichts anderes als Anpassungen, die durch natürliche
Auswahl Form und Gestalt gewinnen. Wir sind nichts anderes
eine Ansammlung von rechnenden Maschinen die für unterschiedliche
Aufgaben vorgesehen sind. Wir sind nichts anderes als Haufen
sexueller Neurosen. Diese Verkündigungen
sind wie Francis Cricks Behauptung verteidigungsfähig, jedoch
sind sie alle unzulänglich.31
Selbstverständlich sind diese Erklärungen alle unzureichend
und sie sind definitiv nicht logisch. Selbst die fanatischsten
Materialisten wissen das. So ist es denn nicht überraschend,
dass Thomas Huxley, der vorderste Fürsprecher von Darwin an,
dass Bewusstsein nicht durch die Interaktion von Neuronen
erklärt werden kann: "Wie kann so etwas
Außer-gewöhnliches wie das Bewusstsein als Folge gegenseitiger
Einflüsse von Nervengewebe entstehen? Das ist genau so unerklärlich
wie das Erscheinen des Geists, als Aladin seine Wunderlampe
rieb." 32
Es ist eine offensichtliche
Tatsache, dass Nervenzellen niemandem Bewusstsein, Intelligenz,
Denkfähigkeit, Sprache und Gefühle wie Liebe, Mitleid
und Sehnsucht geben können.
Von der Zeit Huxleys bis heute hat sich die Tatsache, dass
das menschliche Bewusstsein durch Neuronen nicht erklärt werden
kann, nicht geändert. Doch der Grund dafür ist nicht die Unzulänglichkeit
der wissenschaftlichen Erfindungen hinsichtlich dieses Themas.
Im Gegenteil wurden gegen Ende des 20. Jahrhunderts im Bereich
der Neurologie viele Entdeckungen gemacht, und viele Rätsel
der Wissenschaft wurden gelöst. Jedoch haben diese Entdeckungen
gezeigt, dass menschliches Bewusstsein nicht auf Materie zurückgeführt
werden kann und dass es notwendig ist, nach einer Wirklichkeit
jenseits der Materie zu suchen. Einer der führenden darwinistisch
- materialistischen Autoren in Deutschland, Hoimar von Ditfurth,
bekennt auch die Tatsache, dass die üblichen wissenschaftlichen
Methoden das menschliche Bewusstsein nicht beschreiben können:
Mit unserer gegenwärtigen
Forschung in der Naturgeschichte und mit der genetischen Entwicklung
ist ganz offensichtlich geworden, dass wir nicht imstande
sein werden, eine Antwort auf die Fragen zu geben, was das
Bewusstsein, Geist, Intelligenz und Gefühle sind. Denn
die Ebene des psychischen Bewusstseins ist die höchste, die
die Evolution erreicht hat, zumindest in dieser Welt. Auch
wenn wir andere Evolutionsstufen erkennen können, indem wir
uns über sie erheben, wozu wir wieder unser Bewusstsein brauchen,
können wir das Bewusstsein selbst nicht in ähnlicher Weise
erkennen. Das liegt daran, das wir keine höhere Ebene als
das Bewusstsein zur Verfügung haben.33
Der amerikanische Philosoph und Dr. der Mathematik, William
A. Dembski, erklärt in seinem Artikel "Materie in Verstand
Umwandeln", dass die biochemische Funktion der Neuronen
im menschlichen Gehirn inzwischen verstanden wurde und dass
man weiß, welche geistigen Funktionen mit ihnen in Verbindung
stehen, obgleich Eigenschaften wie Entschlusskraft, etwas
wünschen oder logisches Denken nicht auf "Materie zurückgeführt
werden können". Dembski unterstreicht auch, dass man den Fehler
des Reduktionismus begriffen habe:
... Erkenntnistheoretiker geben die Hoffnung,
man könne das Bewusstsein von der unteren Ebene der Neurologie
aus begreifen... Obwohl die Festlegung auf den Materialismus
bestehen bleibt, ist die Hoffnung auf die Erklärung menschlicher
Intelligenz von der der neuronalen Ebene aus, die für die
Materialisten die logische Ebene darstellt, keine ernsthafte
Überlegung.34
Es ist unmöglich, das Bewusstsein mit einem materialistischen
Weltbild zu beschreiben, ungeachtet des wissenschaftlichen
Fortschritts. Je mehr Details über das Gehirn gefunden werden,
desto deutlicher wird, dass Verstand nicht auf Materie reduzierbar
ist. Die Materialisten müssen ihre Vorurteile aufgeben, sorgfältig
nachdenken und weiter forschen, wenn sie das Konzept des menschlichen
Bewusstseins wirklich verstehen wollen. Denn es ist unmöglich,
das Wesen des Bewusstseins durch die Materie zu definieren.
Das Bewusstsein ist eine Funktion der Seele, die Allah den
Menschen gegeben hat.
Fragen an die Materialisten
Es ist völlig unlogisch, zu behaupten, dass Gedanken, Urteilsvermögen,
Entscheidungskraft und Gefühle wie Glücklichkeit, Aufregung
und Enttäuschung die Resultate der Interaktion von Neuronen
im Gehirn eines Menschen sind. Materialisten, die über dieses
Thema gründlich nachdenken, wissen um diese Wahrheit. Der
berühmte Materialist Karl Lashley gab gegen Ende seiner Karriere
den folgenden Kommentar ab, obwohl er jahrelang die Idee verteidigt
hatte, dass menschliches Bewusstsein auf Materie zurückgeführt
werden könnte:
Ob die Beziehung zwischen Verstand und Körper als ein echtes
metaphysisches Thema oder als eine systematisierte Täuschung
betrachtet wird, ist es für den Psychologen (und für den Neurologen,
wenn er sich mit menschlichen Problemen beschäftigt) immer
ein Problem.... Wie kann das Gehirn
als ein physikalisch-chemisches System irgendetwas wahrnehmen
oder wissen oder vortäuschen das es dies tut? 35
Lashley lenkte mit einer einzigen Frage die Aufmerksamkeit
auf diesen Widerspruch. Jedoch gibt es viele andere Details,
welche die Materialisten betrachten müssen. Die unten erwähnten
Erklärungen sind nur einige der Punkte, welche die Sackgasse
der materialistischen Sichtweise veranschaulichen, und über
die man gewissenhaft nachdenken sollte:
Î Zu behaupten, dass die Gedanken, Aufregungen und Gefühle
Produkte von Neuronen sind, ist dasselbe, wie zu behaupten,
dass sie die Produkte bewusstseinsloser Atome sind, aus
denen die Neuronen bestehen, oder die Produkte subatomarer
Teilchen wie der Quarks oder Elektronen.
Î Bewusstseinslose Atome können das Gefühl des Glücks oder
der Traurigkeit nicht wissen, und sie können an Musik, an
Speisen, an einer Freundschaft oder an einer Plauderei mit
einem Freund nie Freude finden.
Î Bewusstseinslose Atome können keine Darwinisten oder
Materialisten sein und sie können nicht zusammenkommen,
um ein Buch zu schreiben.
Î Bewusstseinslose Atome können sich nicht selbst oder
die Nervenzellen die sie bilden, unter einem Elektronenmikroskop
untersuchen, und sie können nicht forschen und durch ihre
Forschung wissenschaftliche Lösungen erreichen.
Î Was bedeutet die Erklärung "Das Bewusstsein
ist in den Neuronen unseres Gehirns"? Neuronen bestehen genau
wie andere Zellen aus der Zellmembran, Mitochondrien, DNS
und Ribosomen. Wo liegt das Bewusstsein in diesen Organellen
entsprechend der materialistischen Auffassung? Wenn Materialisten
annehmen, dass das Bewusstsein ein Resultat der chemischen
Reaktionen zwischen den Neuronen und der elektrischen Impulse
ist, irren sie sich, weil sie uns kein einziges Beispiel einer
"chemischen Reaktion mit Bewusstsein" zeigen können. Sie können
uns auch keine elektrische Welle zeigen, die auf einem bestimmten
Spannungsniveau zu "Denken" beginnt.
Wenn die Materialisten über diese Themen sorgfältig nachdenken,
werden sie begreifen, dass alle Menschen, sie selbst eingeschlossen
sich von Neuronengruppen oder Ansammlungen von Atomen unterscheiden.
Der Gehirnspezialist Wolf Singer erkannte diese Tatsache an,
obwohl er Materialist ist:
In dieser verwirrenden Materie des Universums gibt es "etwas",
das sich selbst wahrnehmen kann und sagt "Ich bin". 36
Dieses "Etwas", auf das der Wissenschaftler hinweist, ist
tatsächlich die Seele, die Allah dem Menschen gegeben hat.
Aufgrund dieser Seele ist der Mensch ein Wesen, das denken,
sich freuen, sich aufregen, neue Gedanken hervorbringen, sich
anderen Ideen widersetzen kann und das Konzepte wie Ehre,
Respekt, Liebe, Freundschaft, Loyalität, Sicherheit und Ehrlichkeit
kennt. Die Neuronen und Atome, aus denen die Neuronen bestehen,
können nicht denken, keine Entscheidung treffen, keine philosophische
Idee hervorbringen, und sie kennen das Gefühl der Liebe, des
Mitleids und der Zuneigung nicht.
Materialisten glauben ohne alle Überlegung, dass ihre materialistischen
Vorurteile den Anforderungen der Wissenschaft und der Vernunft
entsprechen. Durch die unvernünftige Logik, mit der sie den
Materialismus verteidigen, bringen sie sich selbst in eine
Zwangslage und fügen sich damit großen Schaden zu. Ein Mensch,
der sagt: "Unsere Gedanken sind das Produkt unserer Atome
und Neuronen", sie unterscheiden sich nicht von einem Menschen,
der seine Träume für wirkliches Leben hält oder unglaubliche
Geschichten erdichtet und dann selbst an sie glaubt.
Die Wahrheit ist die: Der Mensch ist ein Wesen, das eine
Seele besitzt, die ihm von Allah gegeben wird und das mit
dieser Seele denkt, spricht, sich freut, Entscheidungen trifft,
Zivilisationen bildet und über Staaten herrscht.
25. Daniel C. Dennett, Consciousness Explained,
Little, Brown and Company, NY 1991, S. 26-27
26. R. L. Gregory, Eye and Brain: The Psychology of Seeing,
S. 9
27. Karl Pribram, David Bohm, Marilyn Ferguson, Fritjof Capra,
Holografik Evren I (Holographisches Universum I), Kuraldýþý
Verlag, Istanbul, 1996, S. 37
28. Bertrand Russell, ABC of Relativity, George Allen and
Unwin, London, 1964, S. 160-161
29. George Politzer, Principes Fondamentaux de Philosophie,
(Übersetzt aus dem Türkischen: Felsefenin Baþlangýç Ilkeleri,
Istanbul, Sosyal Verlag, 1989), S. 196
30. John Horgan, The Undiscovered Mind: How the Human Brain
Defies Replication, Medication, and Explanation, New York:Free
Press, 1999, S. 258-259
31. John Horgan, The Undiscovered Mind: How the Human Brain
Defies Replication, Medication, and Explanation, S. 258-259
32. John Horgan, The Undiscovered Mind: How the Human Brain
Defies Replication, Medication, and Explanation, S. 229
33. Hoimar Von Ditfurth, The Spirit did not Fall from the
Sky, Übersetzt aus dem Englischen, S. 13
34. William A. Dembski, Converting Matter into Mind, 1998,
www.arn.org
35. William A. Dembski, Converting Matter into Mind, 1998,
www.arn.org
36. Cumhuriyet Bilim Teknik Dergisi (Cumhuriyet Zeitschrift
der Wissenschaft und Technologie), 7 Juli 2001, Nr. 746, S.
18; Der Spiegel, 1/2001